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Flüchtlinge aus Gaza in Ostfriesland Endlich Hoffnung für Familie Abdallah – Lebensrettende Operation für Sohn erwartet

Der kleine Mohammed leidet am Crouzon-Syndrom – das Hirn hat zu wenig Platz aufgrund von verknöcherter Schädelnähte und deshalb treten die Augen hervor. Er ist mittlerweile taub, die Blindheit nimmt mit jedem Tag zu und er kann nur flüssig oder mit Brei ernährt werden. Seine Eltern leben seit 2022 mit ihm in Rysum.

Der kleine Mohammed leidet am Crouzon-Syndrom – das Hirn hat zu wenig Platz aufgrund von verknöcherter Schädelnähte und deshalb treten die Augen hervor. Er ist mittlerweile taub, die Blindheit nimmt mit jedem Tag zu und er kann nur flüssig oder mit Brei ernährt werden. Seine Eltern leben seit 2022 mit ihm in Rysum.

Ruhr/Archiv

Rysum - Ob ihre Kinder, die sie in Gaza zurückgelassen haben, noch am Leben sind, das wissen Ibrahim und Fatima Abdallah nicht und sie schmerzt diese Ungewissheit täglich. Doch endlich haben sie wirklich Grund zur Hoffnung, dass ihrem Sohn Mohammed, der am Crouzon-Syndrom leidet, geholfen werden kann. Im Juli oder August wird der Kleine endlich operiert. Die Operation, für die seine Eltern alles, sogar die anderen, gesunden Kinder einem ungewissen Schicksal überlassen haben, wird endlich stattfinden – und Mohammed das Leben retten.

Schädeldecke und Gesichtszüge verknöchert

Bei dem Crouzon-Syndrom handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich Schädeldecke und Gesichtszüge verknöchern. Deshalb wächst der Schädel nicht normal, es drohen Gehirnschäden. Zudem treten aufgrund des massiven Überdrucks durch das wachsende Gehirn und den fehlenden Platz unter anderem die Augen Mohammeds deutlich nach vorne – und mit jedem Tag wird es schlimmer. Essen kann Mohammed seit jeher nur Flüssignahrung, kauen und schlucken fällt ihm extrem schwer. Zudem erleidet Mohammed regelmäßig epileptische Anfälle, ist taub und ihm droht die Blindheit. Und all das hätte verhindert werden können, wäre er früh genug operiert worden.

Keine medizinische Hilfe im Gaza-Streifen

Doch im Gaza-Streifen gab es für Mohammed keine medizinische Hilfe, im Gegenteil. Wie seine Eltern schildern wurde der Junge in seiner Heimat nicht nur heftig gemobbt, sondern sogar mit Steinen beworfen. Niemand wollte mit ihm spielen. Kinder rannten vor ihm davon. Eine traumatische Erfahrung, auch für die Eltern. Sie entschlossen sich, ihr Leben und ihre zwei älteren Söhne im Alter von neun und zehn Jahren zurückzulassen und nach Deutschland zu fliehen. Im Gepäck hatten sie nur das nötigste – und die Hoffnung, dass ihm hier endlich geholfen wird. Eigentlich wollten sie unmittelbar nach der Operation wieder zurückkehren. Doch seit Ende 2022 leben sie nun in Rysum in der Krummhörn und lange Zeit waren sie sogar von der Abschiebung bedroht. Ein fehlgeschlagener Abschiebungsversuch kurz vor Ablauf der Frist führte letztlich aber zu einer Aufenthaltsgenehmigung.

Umzug nach Würzburg für Operationen steht an

Nun steht die Familie kurz davor, in den Kreis Unterfranken umzusiedeln, denn in Würzburg gibt es einen Spezialisten für die Crouzon-Syndrom-Operation. Da die Operation mehrwöchige Krankenhausaufenthalte nach sich zieht und Fatima ein Kind in naher Zukunft erwartet, will die Familie in Gänze näher am Krankenhaus-Standort sein. Derzeit läuft der Antrag auf Umverteilung nach Würzburg – doch die Familie blickt dem Vorhaben positiv entgegen: „Wir sind unendlich dankbar für die Hilfe, die wir in Deutschland bekommen haben“, sagen die Eltern im Gespräch, bei dem ein Dolmetscher übersetzte. Sie freuen sich darüber, dass ihrem Sohn in wenigen Wochen endlich geholfen wird, doch die Ungewissheit über das Schicksal ihrer anderen Kinder plagt sie unaufhörlich. Die Eltern fühlen sich auch schuldig, ihre Kinder bei Verwandten zurückgelassen zu haben – auch wenn sie ihre Kinder weit vor Beginn des Israel-Gaza-Krieges zurückließen.

Aike Sebastian Ruhr
Aike Sebastian Ruhr Ostfriesland-Redaktion/Norden
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