Norden - In Nordens Sporthallen gibt es seit dem Herbst zwar wieder warme Duschen, doch die Stadt versucht weiter, in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens Energie zu sparen. Das betrifft ab sofort auch Straßenbeleuchtungen, die außerhalb von Hauptverkehrsadern nachts abgeschaltet werden. Eine Übersicht, welche Straßen betroffen sind, will die Verwaltung in Kürze online stellen – doch wie viel Geld lässt sich mit dieser Maßnahme realistisch sparen? Wir haben nachgefragt.
200.000 Euro Kosten pro Jahr
Im Haushalt der Stadt Norden schlägt die Straßenbeleuchtung aktuell nämlich mit 200.000 Euro zu Buche, wie Kämmerer Karlheinz Wilberts auf Anfrage erklärt. „Das ist der Posten für dieses Jahr, für 2023 stellen wir den Haushalt noch auf.“ Weil Energie für die Stadt genau wie für Privatbürger aber teurer wird, ist Wilberts skeptisch, dass die Summe durch nächtliche Abschaltungen dann geringer ausfallen wird. „Genau können wir es natürlich erst im kommenden Jahr sagen.“
Seit zehn Jahren Umrüstung auf LED
Norden stellt bereits seit etlichen Jahren Straßenbeleuchtungen und die Beleuchtungen öffentlicher Gebäude auf LED-Technik um, weshalb laut Wilberts auch im Jahr 2020 schon dieselbe Summe im Haushalt veranschlagt worden war – die größten Einsparpotenziale sind demnach bereits umgesetzt. Der Stromverbrauch in diesem Bereich ist in den vergangenen zehn Jahren bereits um ein Drittel zurückgegangen, wie Wolfgang Völz, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Norden, erklärte. „Von 2011 bis 2021 konnten wir durch die fortschreitende Umrüstung schon gut sparen.“ Gleichzeit habe sich die Anzahl der reinen Leuchten sogar erhöht, wie er weiter sagte, von 4100 auf 4500.
Abschaltung soll 15 Prozent sparen
Durch die angekündigte Nachtabschaltung werden voraussichtlich weitere 15 Prozent gespart, rechnete Völz weiter. „Der relative Verbrauch wurde durch die Umrüstungen bereits stark gesenkt, von 1270 Megawattstunden auf rund 480. Viel günstiger als jetzt wird die Beleuchtung durch die Abschaltungen wahrscheinlich nicht“, stimmte er Wilberts’ Einschätzung über die Auswirkungen der Energiekostensteigerungen zu. Seitens des Fachdienstes für Umwelt und Verkehr betonte der Leiter Bernd Kumstel aber auf Anfrage, dass derartige „kleine Schritte“ trotzdem dringend nötig sind. „Früher haben wir uns, besonders bei Beleuchtung, nie Gedanken über die Umwelt oder Nachhaltigkeit gemacht. Aber die Zeit drängt, denn der Klimwandel schreitet immer weiter voran.“
Verkehrssicherheit wurde bedacht
Weil Maßnahmen wie die absichtliche Verdunkelung von Siedlungen gerade in sozialen Netzwerken sehr kritisch kommentiert werden, betont die Verwaltung in Norden, dass die Entscheidungen über die Abschaltungen nicht willkürlich getroffen wurden. Kumstel: „Wir waren aufgefordert, über Einsparpotenziale nachzudenken und haben uns hier mit dem Landkreis Aurich und auch der Polizei abgestimmt.“ Die Verkehrssicherheit für Fahrer und Fußgänger in Norden werde demnach nicht gefährdet, da die Hauptwege nachts weiterhin beleuchtet bleiben.
