Norden/Grimersum - Seit Jahren fordern Anwohner der vielbefahrenen Landesstraße 4 zwischen Norden und Wirdum einen Radweg – mit wenig Widerhall. Seit 2021 aber hat das Projekt Fahrt aufgenommen: mit der Bildung eines Vereins, um für ein Teilstück der Strecke einen Bürgerradweg bauen zu lassen. Der damalige Wirtschaftsminister Bernd Althusmann persönlich überreichte im vergangenen Jahr die Anerkennung, die Kommunen Norden, Brookermland und Krummhörn beeilten sich mit Hilfezusagen. Seither sammeln die Aktiven Spenden, um ihren Teil des Konzepts erfüllen zu können. Sie sind sogar erfolgreich – dennoch dürften noch mehrere Jahre ins Land gehen, bis sich tatsächlich etwas tut.
50 000 Euro nötig
Rund 50 000 Euro möchte der Verein „Radweg-Lückenschluss L4“ sammeln, um seinen Teil zu leisten für die Realisierung des zwei Kilometer langen Teilstücks zwischen der Kreuzung Friedrichshof, bei der es nach Marienhafe oder Greetsiel abgeht, bis Grimersumer Neuland bei Wirdum. Dafür habe man sich zwei Jahre Zeit genommen, erklärt Garrelt Agena, Sprecher des Vereins und einer der Initiatoren des Protestes in den Monaten zuvor. Auf die Bewegung gehen auch die orangefarbenen Fahrräder zurück, die im Herbst 2011 als mahnende Blickfänge entlang der Landesstraße aufgestellt wurden.
Mit der Vereinsgründung gilt nun: Das Land bezahlt den reinen Bau des rund zwei Kilometer langen Radwegestücks. Die Kommunen teilen sich die Planungskosten von geschätzten 50 000 bis 80 000 Euro, wobei die Planung der Landkreis übernommen hat. Der Verein aber muss 50 000 Euro für Grundstückskäufe aufbringen.
Hohe Einzelspenden
„Wir kommen voran“, zeigt sich Garrelt Agena optimistisch, dass der Verein die zweijährige Frist einhalten kann. Man habe eine Reihe von Anträngen bei regionalen Stiftungen gestellt. Agena: „Wir rennen offene Türen ein.“ Es gebe bereits Zusagen für Einzelspenden über 5000 Euro. Bislang habe der erst ein halbes Jahr alte Verein bereits rund 14 000 Euro sammeln können. „Wir sind guten Mutes“, fasst der Sprecher zusammen. Wenn der Fahrradweg in ein paar Jahren Realität wird – wofür die Planung ähnliche Fortschritte machen müsste – sind aber erst zwei der insgesamt rund zehn Kilometer langen Lücke geschlossen. Die anderen 7,91 Kilometer bis zum Norder Stadtteil Süderneuland seien „nach wie vor in der vordringlichen Planung“, bestätigt Frank Buchholz, Leiter des Geschäftsbereichs Aurich in der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Planung 2024/2025
Der sechste Platz in der Prioritätenliste sei auch nicht zwingend, denn bei Fahrradprojekten, bei denen etwa die Planung schneller vorankommt, könne es sein, dass hintere Projekt-Plätze vorher realisiert werden. Für den Fahrradweg entlang der Landesstraße 4 sei geplant, das Planfeststellungsverfahren 2024/2025 zu beginnen. Das heißt, das mit dem Bau frühestens 2026 begonnen werden könnte, „möglicherweise“, schränkt Frank Buchholz ein, und „wenn alles glatt geht.“ Denn es gebe noch eine Voraussetzung für die Realisierung in den kommenden Jahren: „Es muss dann auch Geld da sein.“
