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Feuerwehrstandort Neßmersiel Rat will weiteres Gutachten – Einwohner sauer über Umgang mit Steuergeldern

Die Feuerwehr Neßmersiel muss erhalten bleiben: Im Küstenort kämpfen Einwohner und Urlauber für den Feuerwehrstandort. Die Politik hat andere Pläne.

Die Feuerwehr Neßmersiel muss erhalten bleiben: Im Küstenort kämpfen Einwohner und Urlauber für den Feuerwehrstandort. Die Politik hat andere Pläne.

Bürgerinitiative Neßmersiel

Neßmersiel/Dornum - Es ist beschlossene Sache: Der Gemeinderat Dornum hat am Donnerstagabend entschieden, dass sich ein zweiter Gutachter mit der Standortfrage der Feuerwehren Neßmersiel und Nesse befassen wird. Konkret soll geklärt werden, ob die Feuerwehren, die gemeinsam in einen Neubau ziehen sollen, noch schnell genug am Einsatzort sein könnten. In Neßmersiel gibt es Proteste gegen die Pläne.

„Vom Tisch gefegt“

Der Vorstoß der Politik, ein neues Gutachten einholen zu wollen, stieß bei den Einwohnern auf völliges Unverständnis, denn die ohnehin schon finanziell klamme Gemeinde gibt nun erneut Geld für ein Gutachten aus. Die SPD-Fraktion und die Gruppe CDU/FBI im Dornumer Gemeinderat hatten gemeinsam den Antrag gestellt, da ihrer Meinung nach die Standortanalyse, die die Firma Lülf+ Sicherheitsberatung ausgearbeitet hatte, nicht objektiv sei.

Fragen und Einwände seien einfach „vom Tisch gefegt worden“, so Angela Harm-Rehrmann (SPD). „Das ist nicht so aufgearbeitet worden, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte sie und hörte daraufhin Protest aus den Reihen der zahlreich erschienen Zuhörer. Unter anderem soll nun in dem neuen Gutachten berücksichtigt werden, wo die Feuerwehrkameraden ihren Arbeitsort haben, denn das spiele für das Erreichbarkeitsszenario eine wichtige Rolle.

Der Unmut war vor allem bei den Neßmersieler nicht überhörbar. „Was haben die Gutachten gekostet? Gebt ihr solange Geld für Gutachten aus, bis euch das Ergebnis passt? Ich finde, es ist ein Unding. Das sind schließlich Steuergelder“, sagte Gerold Janssen.

Bisher 3500 Euro

Kämmerer Thomas Erdmann erläuterte, das 3500 Euro für das erste Gutachten der Sicherheitsfirma ausgegeben worden sind. Bürgermeister Uwe Trännapp sicherte zu, dass man nach diesem zweiten Gutachten, welches nun schnell in Auftrag gegeben werden soll, eine Entscheidung treffen werde.

„Welche Richtlinien-Kompetenz hat der Bürgermeister? Er hat bei der Übergabe der Unterschriftenliste gesagt, er stellt sich hinter uns Neßmersieler. Dann kommt die SPD-Fraktion und kippt alles“, äußerte Manfred Pree.

Auf die Nachfrage, warum es keinerlei Reaktion auf die Protestaktion der Bürgerinitiative in Neßmersiel gegeben habe, antwortete Harm-Rehrmann, dass sie von der Unterschriftenaktion wisse, die Listen aber nie gesehen habe.

Banner und Plakate sieht man an vielen Stellen in Neßmersiel. Sie sind Teil einer Protestaktion gegen die Zusammenlegung der Feuerwehren Neßmersiel und Nesse an einem neuen Standort.

ZUKUNFT DER FEUERWEHR NESSMERSIEL Bürgerinitiative wartet weiter auf Entscheidung

Marina Folkerts
Neßmersiel

Zweifel an Objektivität

Bei Carina Windfuhr, Ortsbürgermeisterin in Neßmersiel, lagen am Donnerstagabend Frustration und Wut eng beieinander. Denn sie hatte im Namen des Ortsrats eine Stellungnahme verfasst, die zwar seitens der Verwaltung allen Ratsmitgliedern zugeschickt worden war – öffentlich vorgelesen wurde sie jedoch nicht. Das sei „zu kurzfristig“ gewesen, so Trännapp.

Der Ortsrat zweifelt laut Windfuhr nicht an den Erkenntnissen der Standortanalyse, aber an der Objektivität der Dornumer Politik. „Es stellt sich die Frage, wie objektiv der Gemeinderat eigentlich sei, der sämtliche fachliche Beratung der letzten Jahre ignoriert, um an seiner feststehenden Meinung festzuhalten“, so Windfuhr. Der An- und Umbau des Feuerwehrhauses Neßmersiel sei seit Jahren im Gespräch, die fertigen Pläne in der Schublade. „Wie viel Geld wurde hier ausgegeben, das scheinbar einfach verschwendet wurde?“, fragt Windfuhr.

Die gestellten Fragen in der Informationsveranstaltung seien von dem Mitarbeiter der Firma Lülf+ verständlich beantwortet worden. Vielmehr sei der Eindruck entstanden, der Gemeinderat habe sich nicht richtig mit der Thematik befasst. „Einige der gestellten Fragen waren schon lange geklärt worden. Bei einigen Schlussfolgerungen schien es, als versuche man zwanghaft, die Aussagen des Gutachtens zu verfälschen, infrage zu stellen oder an die eigene Meinung anzupassen“, so die Ortsbürgermeisterin. Die vorgeschriebenen Eintreffzeiten könnten nicht eingehalten werden, das Gutachten habe bereits dargestellt, dass ein gemeinsamer Standort – sowohl in Nesse als auch in Neßmersiel – die Ziele nicht erfülle. In den Augen des Ortsrates ist eine Analyse der Arbeitsorte vollkommen überflüssig. Sicherlich sei die Tagverfügbarkeit der Einsatzkräfte für die Einsatzplanung und die Alarmierung durch die Leitstelle interessant, nicht jedoch für die Wahl des Standortes.

Marina Folkerts
Marina Folkerts Ostfriesland-Redaktion/Norden
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