Norderney - „Es hätte noch viel schlimmer kommen können, wenn ich an die mit Kerosin gefüllten Flugzeuge im Hangar denke“, sagt Holger Schönemann, Geschäftsführer des Flughafens Norderney. In der Nacht zu Mittwoch fing aus ungeklärter Ursache ein Traktor Feuer und brannte vollständig aus. „Es war noch einmal großes Glück im Unglück, dass das Feuer nicht auf die Flugzeuge übergegriffen ist“, fügt Schönemann hinzu. Auch ein hölzerner Drehteller im Boden, der zum Rangieren der Flugzeuge dient, blieb glücklicherweise von den Flammen verschont.
Brand spät entdeckt
Die Umstände des Brandes sind weiterhin unklar. Die Polizei Aurich hat die Ermittlungen aufgenommen. Ungewöhnlich war, dass das Feuer erst spät entdeckt wurde. Die Polizei vermutet, dass der Brand bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ausgebrochen ist. „Mittwochvormittag bemerkte einer unserer Mitarbeiter, dass etwas nicht stimmt, und alarmierte die Feuerwehr“, berichtet Schönemann.
Dabei entdeckte der Flughafen-Mitarbeiter das Feuer zunächst noch nicht. Ihm war jedoch aufgefallen, dass die an der Flugzeughalle angebrachten Buchstaben, die den Schriftzug „Norderney“ ergeben, abgefallen waren. Daraufhin wurde die Halle überprüft, und das Feuer beziehungsweise die Glutnester wurden entdeckt. Denn als die Feuerwehr eintraf, gab es keine Flammen mehr zu löschen.
Dadurch, dass „öfter Gerüche vom Festland herüberwehen, die nicht direkt eingeordnet werden können“, erklärt sich Schönemann, dass auch Anwohner in der Nähe zunächst nichts bemerkt haben. Außerdem sei der Osten der Insel, wo sich der Flugplatz befindet, ohnehin eher gering besiedelt.
Flugverkehr geht weiter
„Es ist natürlich sehr ärgerlich, was passiert ist, aber zum Glück sind keine Personen zu Schaden gekommen“. Auch der Flugverkehr von und zu der Insel wird durch den Brand nicht eingeschränkt, da der Hangar weit genug von der Landebahn entfernt ist, teilt Schönemann mit.
Durch die starke Hitze- und Rauchentwicklung in der geschlossenen Halle wurden die in der Halle abgestellten Flugzeuge und ein Pkw möglicherweise stark beschädigt. „Bisher ist alles mit einer dicken Rußschicht bedeckt. Mal sehen, was sich darunter befindet“, sagt Schönemann. Die Schäden sollen überprüft werden, sobald die Polizei den Brandort freigegeben hat. Ersten Schätzungen zufolge kann sich der Gesamtschaden auf etwa eine Million Euro belaufen.
„Oft haben diese Flugzeuge für ihre Eigentümer nicht nur einen Sachwert, sondern auch einen großen emotionalen Wert. Wir hoffen, dass es noch etwas zu retten gibt“, erklärt Schönemann.
