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Dreharbeiten beginnen In Norden entsteht ein Filmstudio für Ostfriesenkrimis


Das Gelände von Möbel Pflüger in Norden wird ein Ostfriesenkrimi-Filmstudio: Producer Simon Grohe (von links), Autor Klaus-Peter Wolf und Schwigo Film-Geschäftsführer Martin Lehmann freuen sich, den Standort für insgesamt drei Verfilmungen der Romanreihe nutzen zu können.
Arne Haschen

Das Gelände von Möbel Pflüger in Norden wird ein Ostfriesenkrimi-Filmstudio: Producer Simon Grohe (von links), Autor Klaus-Peter Wolf und Schwigo Film-Geschäftsführer Martin Lehmann freuen sich, den Standort für insgesamt drei Verfilmungen der Romanreihe nutzen zu können.

Arne Haschen

Norden - In Norden wird wieder gemordet – aber zum Glück nur fürs Fernsehen: Am morgigen Mittwoch beginnen die Dreharbeiten für die Verfilmung des Ostfriesenkrimis „Ostfriesennacht“ von Klaus-Peter Wolf. Bis zum 8. Dezember sind die Crew der Produktionsfirma Schiwago und die Darsteller dann in Ostfriesland unterwegs – mit der zehnten TV-Produktion der erfolgreichen Krimi-Reihe, und der vierten unter Pandemiebedingungen. Dieses Mal gibt es aber einige wesentliche Veränderungen vor und vor allem hinter der Kamera: Schiwago richtet in Norden ein regelrechtes Filmstudio ein, um innerhalb von sechs Monaten drei Ostfriesenkrimis von Wolf auf die Leinwand zu bringen.

Klaus-Peter Wolf und Simon Grohe im neuen Dienstzimmer der Figuren Frank Weller und Rupert, die in Räumen von Möbel Pflüger eingerichtet wurden. Bild: Arne Haschen

Norder Möbelhaus als Filmstudio

„Wir sind wirklich begeistert“, sagte Producer Simon Grohe beim Pressegespräch in Norden. Denn auf dem Gelände von Möbel Pflüger, die nach 85 Jahren Betrieb in diesem Sommer ihre Schließung bekanntgegeben hatten, darf die 45-köpfige Crew der Produktion sich jetzt einrichten. Und nicht nur das: Teile der ehemaligen Büros und Ausstellung werden in Sets umgewandelt, die das Kommissariat der Hauptfigur Ann Kathrin Klaasen und ihrer Kollegen darstellt. „Für uns passt das wirklich ideal mit den Lichtdurchlässen durch die vielen Fenster, die wir im Gebäude installieren können“, erklärte Grohe. Vorher war der fiktive Polizeistandort stets in Aurich gedreht worden, die dortige Blücher-Kaserne diente der Crew als Unterkunft. „Jetzt sparen wir jeden Tag eine Anfahrt von 45 Minuten. Mehr Zeit, die jetzt direkt in die Umsetzung von ,Ostfriesennacht’ mündet“, so der Producer weiter. Die Verwaltung und besonders Bürgermeister Florian Eiben (SPD) hätten bei der Vermittlung der Pflüger-Räume große Hilfe geleistet.

Aktuell werden die Sets im Gebäude noch eingerichtet, wo neben TV-Arbeiten aber auch die Requisite, Catering und Verwaltung der Produktion beheimatet sind. Bild: Arne Haschen

Dauerhaft neue Gesichter im Cast

Die Hauptrollen übernehmen auch im neuesten Teil der Krimireihe wieder die Darsteller Picco von Groote als Ann Kathrin Klaasen, Christian Erdmann als Frank Weller und Barnaby Metschurat in Rolle von Rupert – Nachnahme weiterhin unbekannt. Neu an Bord sind Wolf Bachofner als Martin Büscher, der neuer Polizeichef; Sofie Eifertinger als Kommissariats-Anwärterin Jessi Jaminski sowie Lydia Maria Makrides als Wellers Tocher Jule. „Wir haben nicht nur ein reiches Ensemble in diesem Film, sondern auch dauerhafte Veränderungen im Casting. Denn die Figuren Büscher und Jaminski sind ab jetzt dauerhaft dabei“, erklärte Autor Klaus-Peter Wolf. Er freue sich sehr auf die neuen Gesichter und lobte dabei die Zusammenarbeit mit Schiwago Film. „Was ich sehr schätze, ist, dass sie so ein gutes Casting machen.“

Drehorte in ganz Ostfriesland

Ostfriesennacht

Worum geht es? Ein Mörder geht um in Ostfriesland. Einer, der Frauen in Ferienwohnungen tötet. Genau dort, wo sie sich am sichersten fühlen. Die scheinbar einzige Gemeinsamkeit der Opfer ist ihr fehlendes Tattoo. Hebt der Mörder dieses als Trophäe auf oder hat er ganz andere Dinge damit gemacht?

In diesem Fall jagt Ann Kathrin Klaasen nicht nur einen psychopathischen Mörder, sondern sie versucht auch, ihren Mann Frank Weller vor einem Desaster zu bewahren. Wellers Instinkt schlägt Alarm. Er findet Hinweise, dass der Geliebte seiner Tochter der gesuchte Serienkiller ist. Auch wenn Jule ihn für paranoid erklärt, und auch Ann sich skeptisch zeigt, ist er felsenfest davon überzeugt, seine Tochter den Fängen eines Serienkillers entreißen zu müssen.

Dafür riskiert er alles. Und zu allem Überfluss mischt sich auch noch das BKA ein...

Neben Norden – dort unter anderem am Marktplatz im Ortskern – wird bis Dezember auch in Lütetsburg, auf Norderney, dem Flugplatz in Norddeich sowie in der Stadt Emden gedreht. „Szenen in der Wohnung von Frank Wellers Tochter Jule drehen wir dort drei Tage lang“, sagte Grohe, „und sind auch an der Hochschule und einem Restaurant am Hafen unterwegs.“ Wo möglich, werden Szenen in Orten außerhalb Ostfrieslands aber in Norden nachgebildet, um Ressourcen zu sparen. Grohe: „Wir machen überhaupt einiges anderes dieses Mal, auch aus Umweltschutzgründen.“ Der sonst typische Dieselgenerator zur Stromerzeugung wurde abgeschafft, stattdessen stöpselt sich die Crew jetzt vor Ort in vorhandene Netze ein. Ebenfalls wurde auf Zelte mit Heizlüftern verzichtet, um im Winter nicht Wärme zu vergeuden. „Und das Catering haben wir angepasst, denn man braucht nicht rund um die Uhr warme Schweinshaxen.“

Norden als TV-Produktionsort

Dank der Räume auf dem Pflüger-Gelände in Norden wird die Stadt aber im kommenden Frühjahr erneut TV-Drehort, kündigten Grohe und Wolf an. Denn dann werden bis April die beiden Ostfriesenkrimis „Ostfriesenschwur“ und „Ostfriesenfluch“ direkt nacheinander gedreht. In Norden werden deshalb über alle drei Produktionen hinweg knapp 6000 Übernachtungen gebucht – ein nicht unerheblicher Faktor für die örtliche Tourismus-Wirtschaft, wie Grohe betont. „Wir haben außerdem, wenn es ging, örtliche Dienstleister und Handwerker engagiert.“ Wie die Zukunft der derzeitigen „Norder Filmstudios“ über 2023 hinaus aussieht, sei derzeit aber noch offen.

Das ehemalige Möbelhaus wird für insgesamt sechs Monate als Stützpunkt der Crew von Schiwago Film dienen. Bild: Arne Haschen

Arne Haschen
Arne Haschen Ostfriesland-Redaktion/Norden
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