Norden - Ein Schulgarten bietet nicht nur Möglichkeiten für Schüler, Natur hautnah zu erleben, sondern auch, sich selbst zu verwirklichen. Genau das passiert aktuell im Innenhof der KGS Hage-Norden, direkt hinter der Aula: Auf der ehemals verwilderten Fläche buddeln, haken und schippen Schüler dieser Tage fleißig, legen Beete an und befreien vorhandene Pflasterung von Unkraut. „Der Schulgarten soll prinzipiell für alle da sein, vor allem aber für diejenigen, wie den Wahlpflichtkurs ,Schulgarten’ belegt haben“, erklärt Lehrerin Susanne Bopp, die Physik und Biologie unterrichtet und das Projekt gemeinsam mit Kersten Ebel vom Naturschutzbund betreut. Es ist nicht das erste Mal, dass im Innenhof der KGS ein Garten angelegt wird – aber dieses Mal soll alles nachhaltiger werden.
Die Macher und Befürworter des neuen Schulgartens: Lehrerin Susanne Bopp, Schülersprecher Ludwig Nessen und Kersten Ebel vom Nabu.
Viele Ideen
„Es gab hier immer wieder mal Versuche eines Gartens, das ist leider nur oft wieder verwildert“, erinnert sich Bopp. Zuletzt stand das Unkraut demnach mehr als hüfthoch im Innenhof, bevor der Bauhof in Norden einmal Kahlschlag machte. Was stehenblieb, sind eine Hecke und die dreizehn Obstbäume, die in früheren Jahren gepflanzt wurden und mittlerweile bereits ordentlich Früchte tragen. Bopp: „Wir legen hier jetzt neue Beete an mit dem Schwerpunkt Gemüse. Jeder Schüler bekommt eine eigene Fläche und kann dort etwas anbauen.“ Dazu kommen zwei Hochbeete, die Ebel zusätzlich gebaut hat – und Ideen für vieles mehr haben die Gartenfreunde auch schon. Aber: „Es fehlt uns an Materialien“, sagt Ebel. Vor allem Bauholz, Latten und Paletten werden demnach gebraucht, um weitere Beete, Kästen und Rankgitter mit den Schülern zu bauen. Diese hoffen deshalb auf Spenden von Eltern und auch von Norder Unternehmen. Auch Blumenspenden für ein gemeinschaftliche Blühfläche werden noch gesucht.
Bis auf eine kleine Buchenhecke und die Obstbäume – inklusive Nistkasten und Insektenhotel – wird der Innenhof neu angelegt. Der Schwerpunkt soll vorerst auf Gemüsebeeten liegen.
Schüler freuen sich
Dem Enthusiasmus von Susanne Bopp und Kersten Ebel tut der teilweise Mangel an Material derweil keinen Abbruch – und auch die Schüler begrüßen das Projekt. „Wir konnten theoretisch früher auch schon hier herkommen in den Pausen, haben das aber nie wirklich getan“, sagte Schülersprecher Ludwig Nessen. Dass die Schulleitung der KGS die Renovierung des Schulgartens in ein dauerhaft gepflegtes Areal für alle jetzt so unterstütze, sei eine gute Entwicklung. „Und Frau Bopp, die auch Vertrauenslehrerin ist, engagiert sich sehr für uns und den Garten“, so der Schülersprecher.
Blumensamen für Norden: Susanne Bopp mit einer der Postkarten, die jetzt an Eltern und Bekannte verteilt werden sollen – der Wahlpflichtkurs Schulgarten will mit den Fotos erfolgreicher Ansaaten eine digitale Blühwiese erschaffen.
Ein bisschen Werbung in eigener Sache – und für insektenfreundliche Blühpflanzen – machen die Teilnehmer des Wahlpflichtkurses jetzt auch mit einer Blumensamen-Postkartenaktion: „Wir haben einen ganzen Schwung an individuell gestalteten Postkarten gebastelt, die jetzt in Norden an Eltern und Bekannte verteilt werden sollen. Auf jeder Karte gibt es eine Tüte mit Samen und eine Anleitung“, erklärte Bopp. Unter dem bekannten Titel „Norden summt“ soll mit eingeschickten Fotos im Laufe des Jahres ein Online-Portfolio mit einer digitalen Blühwiese erstellt werden.
