Norden - Durch ein Gasleck waren in Norddeich am Montagabend und zum Teil auch noch am Dienstag rund 100 Haushalte von der Gasversorgung abgeschnitten. Das Leck, das am Abend entdeckt worden war, führt auch zu einem Großeinsatz der Feuerwehr bis spät in die Nacht. Die Ursache ist inzwischen gefunden und hängt mit einem Gasschieber an einer Hauptleitung zusammen.
Gegen 16.50 Uhr hatten Bauarbeiter bei Kabelverlegearbeiten intensiven Erdgasgeruch in der Strandstraße wahrgenommen und mit Messgeräten Gas festgestellt. Weil die Freiwillige Feuerwehr Norden sowie der Bereitschaftsdienst der Stadtwerke Norden mit Messgeräten in einem kleinen Bereich auf der Straße sowie in einem Kanalschacht sogar ein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch feststellten, musste ein nahegelegenes Restaurant seinen Betrieb einstellen. Eine Evakuierung der benachbarten Klinik Norddeich war jedoch nicht erforderlich.
Um die Leckage zu finden, musste das Erdreich stellenweise geöffnet werden. Bild: Feuerwehr
Nachdem die Stadtwerke die Gasversorgung in dem Bereich abgesperrt hatten, sank die Gaskonzentration sofort ab. Dennoch war in der Kanalisation sowie der näheren Umgebung weiterhin Gas geringfügig nachweisbar. Während die Feuerwehr die Kanalisation mit einem Be- und Entlüftungsgerät mit Frischluft spülte und wiederkehrend Gasmessungen durchführte, suchte eine Baufachfirma mit den Stadtwerken die Leckstelle und grub hierzu an mehreren Stellen Verkehrsflächen auf. Das Gas hatte sich im Erdreich durch Leer- und Schutzrohre weit ausgebreitet.
Betroffen waren Haushalte von der Strandstraße bis zur Norddeicher Straße
Der von der Gasabsperrung betroffene Bereich zog sich von der Strandstraße über die Badestraße bis zur Norddeicher Straße. Insgesamt mussten zirka 100 Haushalte von dem Ausfall informiert werden, weil in der Nacht Minustemperaturen erwartet wurden. Mit der Stadt Norden wurden Notunterkünfte in Hotels und der Dr. Becker Klinik organisiert. Das Angebot nahm jedoch keiner der Anwohner wahr. Positiv wirkte sich der Umstand aus, dass das Gebiet um diese Jahreszeit kaum bewohnt ist, da die meisten Objekte touristisch genutzt werden.
Die Erstversorgung der Einsatzkräfte und Handwerker mit Heißgetränken und Abendessen übernahm spontan die Dr. Becker Klinik. Später übernahm das Deutsche Rote Kreuz diese Aufgabe.
Schon längere Zeit ein kleines Leck
Am Dienstag konnte auch die Herkunft des Gaslecks ermittelt werden. Zunächst vermutete man ein Leck an einem defekten Schieber, aber das war ein Irrtum. Das Gas strömte eineinhalb Meter weiter am defekten Anschluss für eine Nebenleitung aus dem Rohr. „Das hat es wohl auch schon länger getan“, erklärte Wolfgang Völz, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, auf Nachfrage. Obwohl das gesamte Netz alle zwei Jahre überprüft wird, falle so eine kleine Leckage nicht auf: Sie wirke eben wie ein weiterer Abnehmer. Die ausströmende Menge Gas werde von dem System automatisch nachgeregelt. Das Gas kommt mit 40 Bar bei den Stadtwerken an, wird in deren Verteiler auf sieben Bar heruntergeregelt, während es dann mit 0,7 Bar in den Rohren verteilt wird. Ein kleineres Leck falle nur durch das zischende Geräusch dabei auf. In diesem Fall hatte das Gas sich bereits flächig im Erdreich verteilt.
Das Leck wurde am Dienstag geschlossen, und nun müssen noch die betroffenen Haushalte informiert werden, ehe das Gas wieder fließen kann. Das diene der Sicherheit, so Völz, damit das Gas nicht versehentlich irgendwo im Haus ausströmt.
