Norden - Der Rasen ist gemäht, die Beete vom Unkraut befreit, und die Pflanzen gestutzt. Der Garten sieht top aus, aber irgendetwas fehlt – Vogelgezwitscher und das Summen von Insekten. Aus der grünen Wiese mit einer Blühmischung eine bunte zu Zaubern, ist aber nur einer von vielen Kniffen, um Insekten und anderen Kleintieren mehr Lebensraum und Nahrungsquellen zu bieten. Der Naturschutzbund gibt Gartenbesitzern gegen Spenden Tipps, wie sie mit ein paar Handgriffen viel tun können. Kersten Ebel vom Nabu (Naturschutzbund) Norden hat das anhand eines Gartens in Süderneuland gezeigt. Dort gibt es sowohl einen Schottergarten-Abschnitt, eine angelegte Fläche mit Grüngewächsen und Stauden und ein wildes Waldstück.
Buchsbaum ist bei Faltern beliebt
Auf der Grünfläche mit einigen Bäumen entdeckt Ebel einen Hügel auf dem ein paar große, flache Steine liegen. Ideal, sagt Ebel, für allerlei Tiere, wie Eidechsen, um sich zu verstecken. Glücklich machen den Garten-Profi auch die Buchsbäume am Rande des Grundstücks. Echter Buchsbaum sei selten und wertvoll. Denn Nachtfalter und Motten würden sich darin sehr wohl fühlen. Mit geübten Blick sieht er jedoch auch sofort, dass drei der Büsche in der Reihe gelblich verfärbt von einer Krankheit befallen sind und ersetzt werden müssen. Abgesehen davon ist er mit dem Beet, bedeckt von Mulch, wo sich Tiere ein Winterquartier suchen können, zufrieden.
Für den Grünstreifen zur Straße hin, empfiehlt er im Herbst eine Blühmischung einzuarbeiten: „Aber nicht zu hoch, sonst fällt es bei Wind um.“ Blühmischungen gebe es in verschiedenen Wuchshöhen. Insektenfreundliche Mischungen gebe es mittlerweile überall zu kaufen, doch man müsse auf der Hut sein: „Die Händler haben natürlich auch gemerkt, dass sich das verkauft.“ Der Nabu biete auf Märkten Samen an und es gebe Bio-Gärtnereien – das würde sich dann aber auch im Preis niederschlagen.
Obstwiese statt Rasen
Auch ästhetisch kann es Vorteile bringen, den Garten insektenfreundlicher zu gestalten. Beispielsweise hat Ebel die Lösung für hubbeligen Boden, auf dem es schwer ist eine geschlossene Grasnarbe und einen ordentlichen Rasen hinzubekommen: Eine Streuobstwiese. Dort kann der Besitzer jedes Obst anbauen, das er gerne mag und stellt damit auch vielen Tieren Nahrung zur Verfügung. Auch Brombeern und Johannisbeeren bieten sich an. All diese Gewächse sind im doppelten Sinne Nahrungsquellen, denn sie tragen nicht nur Früchte, sie blühen auch. Walderdbeeren seien gut als Bodendecker geeignet. Auch verschiedene Kräuter kommen Mensch und Tier zugute: „Was Ihnen so schmeckt und Sie in der Küche brauchen.“ Dazu zählt auch Lavendel, der direkt nach der Blüte geschnitten werden sollte, damit er nochmal blüht und Heilkräuter wie Frauenmantel. Dabei bricht er auch eine Lanze für den als Unkraut abgetanen Löwenzahn. Aus ihm ließen sich Tees udn Salate herstellen.
Blüten, dass ist eigentlich eine Faustregel, kommen Insekten zugute. Ebel gibt den Tipp lieber Stauden als als reine Grüngewächse zu pflanzen. Dafür kann der Gartenbesitzer auch bereits vorhandene Stauden vermehren, wenn es Ableger gibt. Aber auch der Nabu sei Ansprechpartner. Auch dort könnten verschiedene Stauden von Mitgliedern erworben werden, beziehungsweise nach geeigenten Gärtnerein gefragt werden. Ebels Tipp für die Neunapflanzungen anstatt Dünger: „Eine Hand voll Bio-Erde. Das gibt Power.“
