Norden - Den echten Doornkaat gibt es nicht mehr: Als Label existiert die Marke zwar noch, der Korn mit Wacholderaroma von einst wird aber schon sei vielen Jahren nicht mehr abgefüllt. Was bleibt, sind Erinnerungen – oder ein bisschen Experimentierfreude. Denn „Das Kontor“ von Anette und Matthias Fuchs in der Norder Innenstadt bietet neben hunderten von Weinen mit dem Gin „Noordkorn“ einen Wacholdergeist an, der den Geist der alten Norder Traditionsmarke atmet. Und das mit mehr als dem Label, denn: „Der ,Noordkorn’ wird mit original Norder Trinkwasser zubereitet“, erklärt Matthias Fuchs. Zwar nicht in Norden, sondern von der Brennerei Hubertus Vallendar aus Kail an der Mosel, aber für hochwertige Spirituosen eignet sich das Norder Wasser wie kaum ein anderes. „Wir haben viel Kostproben gemacht und es ist einfach das beste, weil es so weich ist.“ Im Dezember wurde das mehrfach ausgezeichnete Erfolgsprodukt bereits 17 Jahre alt und ist somit bereits eine eigene Tradition, die sich auch Einheimische in Norden schmecken lassen, wie Fuchs weiß.
Mit Doppel-o und Wacholder: Der Gin „Noordkorn“ ist in Anlehnung an den ehemaligen Doornkaat entstanden und hat mittlerweile eine eigene Tradition in und um Norden. Bild: Arne Haschen
„Noordkorn“ profitiert vom Gin-Trend
Ein bekannter Werbespruch des alten Doornkaats war „heiß geliebt, kalt getrunken“. Dem entgegen sollte man den Noordkorn aber nicht direkt aus dem Eisfach ins Glas füllen, empfiehlt Matthias Fuchs. „Maximal Kühlschranktemperatur, und dann mit einem passenden Tonic mischen.“
Auf Fachwörter oder strenge Gebote setzt Fuchs trotzdem nicht, denn: „Am Ende muss es den Leuten ja schmecken, egal was ich oder andere sagen.“
Die Idee hatte er demnach seit dem Niedergang von Doornkaat in den 1990er-Jahren. „Ich dachte mir, das darf doch nicht sein, dass der alte Doornkaat einfach so verschwindet. Wenigstens eine Reminiszenz sollte es geben.“ Bis der Noordkorn – mit „originalem“ Doppel-o und einem Etikett des Künstlers Ole West, der bis 2008 auf Norderney lebte – erhältlich war, war es das Jahr 2005. Dass Gin seit einigen Jahren so stark im Trend liegt, hat dem Erinnerungsprodukt langfristig auch geholfen, ist Fuchs sicher. „Wenn man danach geht, wie gut Korn bei Kunden ankommt, hätten wir einen anderen Namen wählen sollen – aber Gin ist so nachgefragt, dass wir den Noordkorn in ganz Deutschland verkaufen.“
Ausgezeichneter Tee-Geist mit Thiele Tee
Seit mehreren Jahren gibt es auch Ableger der Doornkaat-Reminiszenz: Der „Noorder“, der in Anlehnung an den „Doornkaat Privat“ abgemischt wird – und einen Teegeist, der mit originalem Broken Silber von Thiele Tee gemacht wird. „Da durfte ich mir ja was anhören, warum wir das nicht mit Tee von Onno Behrends gemacht haben“, erzählt Matthias Fuchs und muss dabei etwas lachen. Da er Inhaber Franz Thiele aber privat seit vielen Jahren kenne, war die geschäftliche Verbindung schnell geknüpft und ostfriesisch sei der feine Geist trotzdem. Genau wie der Noordkorn wurde dieser bei den „World-Spirit Awards“ ausgezeichnet und ist in Nachschlagewerken der Spirituosenszene aufgelistet.
Im Kontor des Ehepaars Fuchs gibt es neben Schnaps auch viele Hundert Weine, die ohne Großhandel ihren Weg nach Norden finden. Bild: Arne Haschen
Eigenes „Löschwasser“ für die Feuerwehr
Auch für den guten Zweck wurde der Wacholdergeist von Fuchs bereits abgefüllt: Zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Norden wurde 2011 sogenanntes „Norder Löschwasser abgefüllt“ – eine Abordnung der Wehr war damals zur Verkostung mit zur Brennerei Vallendar gefahren und hatte sich vor Ort auch mit der Wehr aus Kail getroffen. Der Erlös der limitierten Spirituose für Norden kam der hiesigen Jugendfeuerwehr zugute. Eine übriggebliebene Kiste fand Fuchs unlängst noch in seinem Lager. „Das war schon eine tolle Aktion damals“, erinnert er sich beim Anblick der kleinen Fläschchen.
Eine Idee hat Matthias Fuchs noch
Warum er – abseits der Firma Berentzen, die Produkte unter dem Namen Doornkaat verkaufen – heute der einzige Unternehmer ist, der den Geist der alten Marke auf gewisse Weise lebendig hält, weiß Fuchs nicht. „Es muss sich eben jemand finden, der es macht“, glaubt er. Neben der richtigen Idee brauche es auch gute Kontakte – und am Ende, so ist Fuchs überzeugt, eine Geschichte. „Wenn ich zu einer Spirituose etwas erzählen kann über die Herkunft und wie sie gemacht wird, kommt das ganz anders an bei den Leuten.“ Nach drei alkoholischen Spezialitäten aus Norden ist für Matthias Fuchs jedenfalls noch nicht Schluss. „Ich habe noch ein paar Ideen für die Zukunft“, gibt sich der Händler geheimnisvoll – will aber nur verraten, dass es eine Eigenmarke werden soll, die irgendwann im Sortiment des Kontors Platz finden soll.
Norden - Den echten Doornkaat gibt es nicht mehr: Als Label existiert die Marke zwar noch, der Korn mit Wacholderaroma von einst wird aber schon sei vielen Jahren nicht mehr abgefüllt. Was bleibt, sind Erinnerungen – oder ein bisschen Experimentierfreude. Denn „Das Kontor“ von Anette und Matthias Fuchs in der Norder Innenstadt bietet neben hunderten von Weinen mit dem Gin „Noordkorn“ einen Wacholdergeist an, der den Geist der alten Norder Traditionsmarke atmet. Und das mit mehr als dem Label, denn: „Der ,Noordkorn’ wird mit original Norder Trinkwasser zubereitet“, erklärt Matthias Fuchs. Zwar nicht in Norden, sondern von der Brennerei Hubertus Vallendar aus Kail an der Mosel, aber für hochwertige Spirituosen eignet sich das Norder Wasser wie kaum ein anderes. „Wir haben viel Kostproben gemacht und es ist einfach das beste, weil es so weich ist.“ Im Dezember wurde das mehrfach ausgezeichnete Erfolgsprodukt bereits 17 Jahre alt und ist somit bereits eine eigene Tradition, die sich auch Einheimische in Norden schmecken lassen, wie Fuchs weiß.
Mit Doppel-o und Wacholder: Der Gin „Noordkorn“ ist in Anlehnung an den ehemaligen Doornkaat entstanden und hat mittlerweile eine eigene Tradition in und um Norden. Bild: Arne Haschen
„Noordkorn“ profitiert vom Gin-Trend
Ein bekannter Werbespruch des alten Doornkaats war „heiß geliebt, kalt getrunken“. Dem entgegen sollte man den Noordkorn aber nicht direkt aus dem Eisfach ins Glas füllen, empfiehlt Matthias Fuchs. „Maximal Kühlschranktemperatur, und dann mit einem passenden Tonic mischen.“
Auf Fachwörter oder strenge Gebote setzt Fuchs trotzdem nicht, denn: „Am Ende muss es den Leuten ja schmecken, egal was ich oder andere sagen.“
Die Idee hatte er demnach seit dem Niedergang von Doornkaat in den 1990er-Jahren. „Ich dachte mir, das darf doch nicht sein, dass der alte Doornkaat einfach so verschwindet. Wenigstens eine Reminiszenz sollte es geben.“ Bis der Noordkorn – mit „originalem“ Doppel-o und einem Etikett des Künstlers Ole West, der bis 2008 auf Norderney lebte – erhältlich war, war es das Jahr 2005. Dass Gin seit einigen Jahren so stark im Trend liegt, hat dem Erinnerungsprodukt langfristig auch geholfen, ist Fuchs sicher. „Wenn man danach geht, wie gut Korn bei Kunden ankommt, hätten wir einen anderen Namen wählen sollen – aber Gin ist so nachgefragt, dass wir den Noordkorn in ganz Deutschland verkaufen.“
Ausgezeichneter Tee-Geist mit Thiele Tee
Seit mehreren Jahren gibt es auch Ableger der Doornkaat-Reminiszenz: Der „Noorder“, der in Anlehnung an den „Doornkaat Privat“ abgemischt wird – und einen Teegeist, der mit originalem Broken Silber von Thiele Tee gemacht wird. „Da durfte ich mir ja was anhören, warum wir das nicht mit Tee von Onno Behrends gemacht haben“, erzählt Matthias Fuchs und muss dabei etwas lachen. Da er Inhaber Franz Thiele aber privat seit vielen Jahren kenne, war die geschäftliche Verbindung schnell geknüpft und ostfriesisch sei der feine Geist trotzdem. Genau wie der Noordkorn wurde dieser bei den „World-Spirit Awards“ ausgezeichnet und ist in Nachschlagewerken der Spirituosenszene aufgelistet.
Im Kontor des Ehepaars Fuchs gibt es neben Schnaps auch viele Hundert Weine, die ohne Großhandel ihren Weg nach Norden finden. Bild: Arne Haschen
Eigenes „Löschwasser“ für die Feuerwehr
Auch für den guten Zweck wurde der Wacholdergeist von Fuchs bereits abgefüllt: Zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Norden wurde 2011 sogenanntes „Norder Löschwasser abgefüllt“ – eine Abordnung der Wehr war damals zur Verkostung mit zur Brennerei Vallendar gefahren und hatte sich vor Ort auch mit der Wehr aus Kail getroffen. Der Erlös der limitierten Spirituose für Norden kam der hiesigen Jugendfeuerwehr zugute. Eine übriggebliebene Kiste fand Fuchs unlängst noch in seinem Lager. „Das war schon eine tolle Aktion damals“, erinnert er sich beim Anblick der kleinen Fläschchen.
Eine Idee hat Matthias Fuchs noch
Warum er – abseits der Firma Berentzen, die Produkte unter dem Namen Doornkaat verkaufen – heute der einzige Unternehmer ist, der den Geist der alten Marke auf gewisse Weise lebendig hält, weiß Fuchs nicht. „Es muss sich eben jemand finden, der es macht“, glaubt er. Neben der richtigen Idee brauche es auch gute Kontakte – und am Ende, so ist Fuchs überzeugt, eine Geschichte. „Wenn ich zu einer Spirituose etwas erzählen kann über die Herkunft und wie sie gemacht wird, kommt das ganz anders an bei den Leuten.“ Nach drei alkoholischen Spezialitäten aus Norden ist für Matthias Fuchs jedenfalls noch nicht Schluss. „Ich habe noch ein paar Ideen für die Zukunft“, gibt sich der Händler geheimnisvoll – will aber nur verraten, dass es eine Eigenmarke werden soll, die irgendwann im Sortiment des Kontors Platz finden soll.

