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Handwerk in Ostfriesland Fünffacher Vater aus Norden schult zum Tischler um

Er weiß mit den Werkzeugen umzugehen: Der angehende Tischler Andrey Büche.

Er weiß mit den Werkzeugen umzugehen: Der angehende Tischler Andrey Büche.

HWK/J. Stöppel

Norden/Hinte - Gut ist gut genug. Zumindest für die meisten. Nicht aber für Andrey Büche aus Norden. Wenn im Betrieb schon längst Feierabend herrscht, legt der angehende Tischler an seiner heimischen Werkbank erst richtig los. „Ich muss alles immer ganz genau wissen und die Prozesse hinter allem verstehen. Zum Beispiel, warum sich ein bestimmtes Holz besser für eine Arbeit eignet, als ein anderes. Und das lernt man eben am besten, wenn man es einfach ausprobiert“, sagt er schmunzelnd. Der 35-jährige Umschüler absolviert momentan sein drittes Ausbildungsjahr in der Bau- und Möbeltischlerei Wilberts in Hinte. Mit seinem Wissen und seinem Talent glänzt er nicht nur bei der täglichen Arbeit im Betrieb, sondern auch während seiner Zeit in der Berufsschule und bei den Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen. Und ganz nebenbei ist er auch noch Vater von fünf Kindern – das Sechste ist gerade unterwegs. Von der Handwerkskammer für Ostfriesland ist er jetzt zum Lehrling des Monats September ausgezeichnet worden.

Engagement nicht alltäglich

„Ein solches Engagement erlebt man nicht jeden Tag und ist schon sehr beeindruckend. Sie haben sich diese Auszeichnung wirklich mehr als verdient“, sagt Dirk Bleeker, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, bei einem Besuch im Ausbildungsbetrieb des Umschülers. Er überreichte Andrey Büche eine Urkunde und einen Bildungsgutschein und gratulierte ihm sowie seinen beiden Chefs und Ausbildern Ode und Ingo Wilberts zur Auszeichnung. Sie waren ebenfalls voll des Lobes für den Nachwuchshandwerker. „Andrey nimmt seine Arbeit immer sehr genau. Und wenn er etwas nicht versteht, fragt er noch mal nach. Oder er recherchiert im Internet. Oder er probiert es so lange aus, bis er weiß, wie es geht“, zeigen sich die beiden Tischlermeister vom Einsatz ihres Azubis begeistert.

Ode Wilberts (62) hat den Betrieb vor 34 Jahren gegründet. Sein Sohn Ingo (43) wird voraussichtlich im kommenden Jahr die Geschäftsleitung übernehmen. Gemeinsam mit ihren vier Gesellen und einem Auszubildenden bieten sie alles rund um Treppenbau, Einbaumöbel sowie jegliche Reparaturarbeiten an. Darüber hinaus kennen sie sich auch mit Holzarbeiten im Bereich Denkmalschutz aus. „Wir sind insgesamt sehr breit aufgestellt und übernehmen im Grunde alle Aufträge, die mit Holz zu tun haben“, betont Ingo Wilberts. Produziert wird dabei mit modernster CNC-5-Achsmaschine. Mit dieser durfte auch schon Azubi Andrey Büche arbeiten.

Das seien auch die Punkte, die er an seinem Betrieb besonders schätze. Denn dadurch sei seine Ausbildung besonders vielfältig und die verschiedenen Tätigkeiten würden ihm die Möglichkeit geben, seinen enormen Wissensdurst zu stillen. „Ich möchte meinen Beruf begreifen und nicht einfach nur meine Lehre bestehen“, erklärt der ehrgeizige Familienvater.

Schon für Meisterschule angemeldet

Die Leidenschaft für den Tischlerberuf hat Büche von seinem Vater mitbekommen, der selbst gelernter Tischlermeister ist. „Schon als Kind habe ich mir selber kleine Spielzeuge gebaut und gedrechselt.“ Kein Wunder also, dass es ihn in diese Richtung zog, nachdem er 2021 entschieden hatte, sich beruflich neu zu orientieren und eine Umschulung im Handwerk zu starten. „Trotzdem ist es nicht immer einfach. Mit fünf Kindern Zuhause ist natürlich immer was los, aber der Wunsch, diesen Beruf auszuüben, treibt mich an“, so der Handwerker. Und sein Ehrgeiz scheint nahezu endlos. Er hat sich jetzt schon für die Meisterschule angemeldet. Start ist im Januar 2025. Voraussichtlich ein halbes Jahr nach dem Abschluss seiner Umschulung. „Eher konnte ich leider nicht anfangen“, erklärt er lachend.

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