Norden - Norden hat eine neue Plattdeutschbeauftragte: Heike Müller-Feldmann wurde in der jüngsten Sitzung des Norder Stadtrats am Montag einstimmig in ihr neues Ehrenamt gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Dr. Hans-Hermann Briese an, der das Amt altersbedingt niedergelegt hat. Bürgermeister Florian Eiben (SPD) begrüßte Müller-Feldmann enthusiastisch bei der Überreichung der Ehrenamtsurkunde und zeigte sich hocherfreut über die Neubesetzung des Postens: „Wir sind alle hellauf begeistert, dass jetzt eine junge Frau Plattdeutsch bei uns promotet.“ Zwischen den Nordern und Norderinnen, die sich für Heimaterhalt und Sprache einsetzen, der Ostfriesischen Landschaft und der Verwaltung sei hier gut „über Bande gespielt worden“, so der Bürgermeister – Müller-Feldmann hatte sich erst sehr spät im Bewerbungsprozess für einen neuen Plattdeutschbeauftragten gemeldet, die notwendige Organisation klappte trotzdem noch zeitnah.
Kinder sollen mehr Kontakt mit Platt bekommen
Dass die 55-Jährige in ihrer neuen Rolle auch eine Vermittlerin zwischen der hochdeutschen und der plattdeutschen Welt sein will, bewies Heike Müller-Feldmann direkt mit einer kurzen zweisprachigen Rede. „Meine Kinder haben in der Kita oder zu Hause Kontakt mit Platt – aber das ist nicht mehr bei allen so“, sagte sie. „Daran möchte ich etwas ändern.“ Sie selbst lernte die Heimatsprache auch nicht bereits in Kindertagen, wie die neue Plattdeutschbeauftragte im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilte, sondern erst später aus eigenem Interesse. So spielt Müller-Feldmann bereits seit Ende der 90er-Jahre plattdeutsches Theater an der Niederdeutschen Bühne und engagiert sich darüber hinaus ehrenamtlich in der Kirchengemeinde Süderneuland.
Welche Aktionen sie in ihrem neuen Amt als Erstes machen will, muss sich Nordens neue Plattdeutschbeauftragte nach eigenem Bekunden noch überlegen. Für Ideen, Anregungen und Kritik ist sie aber schon jetzt für alle erreichbar unter der Mailadresse platt@norden.de.
