Norden - Fernwärme – angesichts der momentanen Debatte um das geplante Heizgesetz ist diese Wärmelösung bei vielen Hausbesitzern eine denkbare Option. In der Stadt Norden besteht schon seit mehreren Jahrzehnten ein Fernwärmenetz – doch wer kann davon profitieren? Welche Kosten kommen auf einen zu und: Ist es eine sinnvolle Alternative?
Mehrere Wärmenetze in Norden
Auf diese Fragen gibt es keine pauschale Antwort, wie sich in einem Gespräch mit den Geschäftsführern der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden zeigte: „Es ist immer eine individuelle Berechnung notwendig“, erläuterte der technische Geschäftsführer Wolfgang Völz. Gerade die Kosten betreffend gebe es eine immense Spanne, je nach dem, ob ein Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus angeschlossen werden soll. Doch eins steht fest: Theoretisch kann jedes Haus in der Stadt Norden angeschlossen werden, sofern es in erreichbarer Nähe des jetzigen Wärmenetzes liegt. Eins verläuft zurzeit in der Norder Altstadt und künftigen neuen Stadtviertel, das auf dem Doornkaat-Gelände entstehen soll. Dieses versorgt beispielsweise das Rathaus bis zum Teemuseum, in der Innenstadt reicht es vom Hotel Reichshof bis zur Deutschen Bank. Ein separates Netz findet sich im Warfenweg und versorgt dort mehrere Wohngebäude und reicht zum Teil in Nebenstraßen. Und ein drittes Wärmenetz reicht vom Holzheizwerk im Lehmweg bis zum Ocean Wave und mündet dann beim Hotel Fährhaus. Alle, die in der Nähe dieser vorhandenen Netze wohnen, könnten theoretisch daran angeschlossen werden.
Eigene kleine Wärme-Inseln?
Zukünftig wollen die Wirtschaftsbetriebe das Fernwärmenetz aber auch noch weiter ausbauen. Unter anderem steht die Idee im Raum, künftige Neubaugebiete mit der für Fernwärme notwendigen Infrastruktur auszustatten. Zudem sammeln die Wirtschaftsbetriebe zurzeit Informationen darüber, aus welchen Gegenden Nordens Anfragen für einen Fernwärme-Anschluss kommen. Sollte da eine Bündelung erkennbar sein, kann man darüber nachdenken, ein eigenes Netz zu etablieren“, so Völz.
Investitions- und Folgekosten
Für Inhaber von Bestandsimmobilien kämen mit der Entscheidung für einen Fernwärme-Anschluss erst einmal Investitionskosten auf – die laut Völz im Schnitt unter den Kosten für den Einbau einer neuen Gastherme liegen. Langfristig könne man aber durch niedrigere Wartungskosten sparen. Der Preis pro Kilowattstunde Fernwärme ist indes auf ähnlichem Niveau wie der für Gas. Allerdings ist die Fernwärme keine kurzfristige Lösung. Wessen derzeitige Heizung ausgefallen ist, der sollte besser noch vor dem Jahresende eine Gasheizung einbauen, statt auf einen Fernwärme-Anschluss zu warten. Denn dieser würde Wochen auf sich warten lassen. Das liegt daran, dass die entsprechenden Materialien nicht im Lager verfügbar sind, sondern nur nach Bedarf eingekauft werden.
