Norden/Helgoland - Eine Fahrt nach Helgoland – die ergibt sich nicht alle Tage. Schon gar nicht mit einem Katamaran. Ein solcher fährt aber seit Anfang Mai von Norddeich aus regelmäßig zur einzigen deutschen Hochseeinsel. Und weil ich die noch nie besucht habe, habe ich am Mittwoch die Lichter in unserer Redaktion in Norden morgens gar nicht erst angemacht, sondern bin direkt zur Mole gefahren und an Bord der „Adler Jet“ gegangen.
Die „Adler Jet“ im Hafen von Helgoland – ein moderner Katamaran.
Ein moderner Katamaran
Schon beim Anlegen fällt das flache, modern geschnittene Schiff auf, denn als Katamaran fehlt der Tiefgang eines zentralen Kiels. An Bord überrascht das Unterdeck mit der Atmosphäre eines modernen Passagierfliegers, denn statt rustikaler Holzbänke gibt es hier Reihen bequemer Ledersitze und Monitore mit Außenkamera-Ansichten. Die Maschinen des Schiffs sind hörbar, aber nicht laut – außer, der Jetantrieb „saugt sich fest“, dann heult es einmal laut auf. Mithilfe der Wasserstrahljets kann die „Adler Jet“ theoretisch über 30 Knoten schnell fahren, erfahre ich später vom Kapitän. Ganz so flott geht es im normalen Betrieb dann zwar nicht voran, aber dass das Schiff deutlich schneller ist als die typische Inselfähre, merkt man sofort.
Die Kapitäne Hendrik Lassen (links) und Tom Thomssen während der Überfahrt.
Ohne die Kapitäne geht nichts
Die Fahrt nach Norderney dauert nur 25 Minuten, nach Helgoland dann noch einmal zwei Stunden. Die vergehen aber wie im Flug, denn als Pressevertreter darf ich nicht nur aufs Oberdeck, um Schiffe und Wellen anzugucken, sondern auch zum Kapitän an den Ruderstand. Wobei, stimmt gar nicht: An diesem Tag sind zwei Kapitäne an Bord. Tom Thomssen leitet aktuell noch seinen Kollegen Hendrik Lassen an, der seit Mai die Tour nach Helgoland mitfährt. Das Duo erzählt bereitwillig, wie das Navigieren auf See funktioniert, denn die „Adler Jet“ kreuzt auf ihrer Route Hauptwasserstraßen, einfach mal frei nach Kompass fahren geht da nicht. Und in einem jetangetriebenen Katamaran mit moderner Navigationstechnik muss einer der Kapitäne den Kurs manuell halten, denn: „Der Autopilot schafft das allein nicht“, wie Hendrik Lassen zeigt. Auf der Hinfahrt muss er immer wieder den Steuerknüppel bedienen, weil das Schiff ständig zur Seite wegdrehen will – wir haben wohl etwas Pech mit der Strömungsrichtung.
Helgoland zeigt sich überraschend bunt und vielseitig – auch mit ruhigen Momenten.
Kein Haus auf Helgoland ist wirklich alt
Als Helgoland dann am Horizont größer wird, fällt mir als Erstes auf, wie hoch die Insel über das Meer ragt. Das ist schon etwas anderes als unsere ostfriesischen Inseln! Den Schweinswal, den Kapitän Thomssen zeigt, verpasse ich deshalb leider um eine Sekunde. Egal, es geht weiter und schon sind wir im Hafen angekommen. Das bunte Treiben der ersten Flaniermeile im Hintergrund ist ein merkwürdiger Kontrast zu den Bildern des „Big Bang“ kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, die ich erst vor einigen Tagen gesehen habe: Die Sprengungen der Alliierten in 1947 ließen keinen Stein auf dem anderen, weshalb kein Haus auf Helgoland älter als 75 Jahre ist.
Die kleinen Seitenstraßen im Ortskern zeigen unterwartet ruhige und idyllische Momente.
Ob das so richtig ist? Die steile Westküste der Insel beeindruckte mich schon sehr.
Ruhige Momente auf der Insel
Trotz des touristischen Fokus ist der Ort aber überraschend unaufgeregt. Neben den Reihen von Häuserfassaden in allen Farben in des Regenbogens, die mich sofort an Schweden oder Norwegen denken lassen, finden sich neben den typischen Souvenirs- und Duty-Free-Shops auch verschlafene Gassen im Ortskern, wo man Blicke in idyllische kleine Gärten ergattern kann. Und immer wieder finden sich Ruhemomente, wo um mich herum kaum Menschen sind – auch beim Gang zu den roten Steilfelsen neben der „Langen Anna“, die bei mir als flachlanderzogenem Wesermärschler schon mittelschwere Höhenangst auslösen. Schon auch, wie viel Grün zwischendurch zu sehen ist.
Tagestour nach Helgoland: NWZ-Redakteur Arne Haschen hat eine Fahrt mit dem Katamaran "Adler Jet" von Norddeich zur deutschen Hochseeinsel gemacht.
Arne Haschen
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Arne Haschen
Unwetter zieht auf: Der Wetterumschwung auf Helgoland kann sehr schnell sein,
Windstärke 6 macht den Rückweg holprig
Auch wenn Helgoland viel kleiner ist als beispielsweise Juist, kann ich mir während des vierstündigen Aufenthalts gar nicht alles angucken, was die Insel zu bieten hat. Das nördliche Ende habe ich nur aus der Entfernung gesehen und auch im Ort nur eine Handvoll Wege erkundet, denn ein Mittagessen musste dann noch sein. Nach den Schreiben einer Postkarte, einem Duty-Free-Rum und der gefühlt viel zu kurzen Rundtour geht es deshalb schon wieder zurück zur „Adler Jet“ – mit einer kleinen Zwangspause wegen Regen. Kapitän Thomssen raunt mir beim Einsteigen bereits zu, dass wir uns jetzt auch beeilen müssen, sonst würde es bestimmt unangenehm. Und in der Tat fällt der Rückweg durch Windstärken von 6 und mehr deutlich holpriger aus als erwartet. Ich als bekennender Achterbahnhasser habe überraschenderweise aber kein Problem mit dem teils heftigen Auf und Ab des Katamarans, einige andere Fahrgäste müssen dagegen das Oberdeck besuchen – sie haben mein Mitgefühl. Wenn ein Wellental zwischendurch für besondere Schräglage sorgt und es dann einmal mit „Wumms!“ durch Mark und Bein geht... ja, dann fühlt man die Kraft des Meeres doch ganz unmittelbar.
Ein viel zu kurzer, aber schöner Tag: Wir verlassen die Hochseeinsel am Nachmittag schon wieder.
Tour ist viel zu schnell zu Ende
Als wir ordentlich durchgepustet und durchgeschaukelt im Hafen von Norderney einlaufen, bin ich schon etwas traurig, dass der Ausflug bereits zu Ende ist. Aber die Katamarantouren von Norddeich nach Helgoland gibt es dieses Jahr noch bis Oktober. Da findet sich bestimmt ein Tag, an dem ich noch einmal zur einzigen deutschen Hochseeinsel fahre.
