Norden - Es sind letztlich nur sieben Monate gewesen, die Stefan Krieger als Kurdirektor in Norddeich im Amt war. Nun gilt er bis auf weiteres als erkrankt und wird bis zu seinem offiziellen Ausscheiden am 30. Juni wohl nicht mehr in Erscheinung treten, wie es auf Nachfrage heißt. Bereits am Dienstag war bestätigt worden, dass die Wirtschaftsbetriebe und Krieger in Zukunft getrennte Wege gehen werden – und schon vorab hatte es am Montag ein Gespräch mit den Mitarbeitern des Tourismus-Service gegeben, um die anfallenden Arbeiten aufzuteilen, wie Wolfgang Völz, technischer Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Norden (WBN), im Gespräch mit der Redaktion sagte. Er wird sich ab sofort gemeinsam mit dem kaufmännischen Chef der WBN, Thorsten Schlamann, um Kriegers Aufgaben kümmern. Zur Personalie des scheidenden Kurdirektors wollte sich Völz allerdings nicht äußern.
Projekt Norddeicher Freibad läuft weiter
Und auch Bürgermeister Florian Eiben sowie der Erste Stadtrat Marcus Aukskel hüllen sich beim Thema Krieger in Schweigen: „Personalangelegenheiten der Wirtschaftsbetriebe kommentieren wir nicht“, sagten sie unisono. Sehr wohl betonte Eiben hingegen, dass das Projekt Freibad-Neubau „auch weiter auf dem Fahrplan“ stehe und durch das plötzliche Ausscheiden des bisherigen Kurdirektors nicht in Gefahr sei. Allerdings: „Es muss alles entsprechend geordnet werden und die Fördermittel stehen ja auch nicht unendlich zur Verfügung.“ Nicht nur deshalb, sondern auch wegen anderer Themen, wie dem Tourismuskonzept – die Ausarbeitung Kriegers dazu hatte jedoch keine Zustimmung gefunden – oder der Mängelbehebung am neuen „Deck“ (Norddeichs neuer Wasserkante) sowie geplanten Events in der Touristenhochburg, laufen aktuell Gespräch mit den entsprechenden Protagonisten.
Wiederholter plötzlicher Weggang
Sowohl das Schweigen in Norden über die plötzliche Trennung von Stefan Krieger als auch die Inhalte, mit denen der künftige Ex-Kurdirektor den Standort Norddeich modernisieren wollte, sind in der Rückschau Teil eines wiederkehrenden Musters: Der Rheinländer hat auch seine vorherigen Positionen als Kurdirektor in Grömitz an der Ostsee sowie in Bad Salzuflen (Kreis Lippe) spontan geräumt – oder räumen müssen. Wie es vonseiten der Lippischen Landeszeitung auf Anfrage heißt, eckte Krieger in Nordrhein-Westfalen als Führungsperson an und kündigte seinen Vertrag nach einem Bürgermeisterwechsel plötzlich – und einseitig. Die Gründe bleiben bis heute offen. In Grömitz blieb der Kurdirektor dann auch nur wenige Monate, bis die Tätigkeit ähnlich wie aktuell in Norden kurzfristig und ohne Erklärungen endete. An beiden Standorten standen ebenfalls Ideen zum Gesundheitstourismus und der Digitalisierung im Raum, die dem Vernehmen nach nicht allen Entscheidungsträgern gefallen haben.
Mitarbeiter „krempeln die Ärmel hoch“
Der überraschende Ausfall von Krieger wird im Tagesgeschäft in Norddeich aktuell aber keine großen Probleme bereiten, wie es heißt: „Dass das eine oder andere Thema zunächst ausgebremst wird, ist natürlich klar“, ließ WBN-Chef Völz keinen Zweifel daran, dass es bei manchen Themen in den nächsten Wochen durch die plötzliche Personallücke zu Verzögerungen kommen wird. Man sei aber bemüht, die Stelle von Stefan Krieger so schnell wie möglich nachzubesetzen. Bis dahin „krempeln beim Tourismus-Service alle die Ärmel hoch und packen mit an“, ist Völz froh über das Engagement der Mitarbeiter, die auch Florian Eiben aktuell als „hochmotiviert“ bezeichnete.


