Rechtsupweg - Sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf seit der Knochenmarktransplantation sind sowohl die Ärzte als auch die Eltern der fünfjährigen Milla aus Rechtsupweg: Am 25. November fand die Transplantation statt, seitdem sind 47 Tage vergangen. Und bis jetzt sieht alles „sehr gut“ aus, wie Vater Stefan Withof im Gespräch sagte. Der Körper der jungen Rechtsupwegerin produziert erstmals seit Krankheitsausbruch wieder selbst Blut – und erstmals seit Monaten braucht sie keine Blut- oder Thrombozytenspenden: „Das sind die tollsten Nachrichten, die wir uns hätten vorstellen können“, so Withof. Doch noch dauert es 53 Tage, bis die „magischen 100 Tage nach der Transplantation“ vorüber sind. Erst dann wird klar sein, ob Milla die aplastische Anämie hinter sich gelassen hat: „Bisher sieht es aber super aus. Die Zellen wachsen an, alle sind sehr zufrieden.“
Das Immunsystem
Und auch die kleine Milla ist laut Withof „super drauf“. Erstmals hatten sie als Familie mehrere Tage gemeinsam zu Hause. Überraschenderweise wurde die Kleine schon kurz vor Weihnachten entlassen, sodass sie die Feiertage und auch Silvester daheim verbrachten. Zurzeit ist Milla zwar wieder im Krankenhaus, doch nur für einen kurzen Aufenthalt. Ihr werden Medikamente verabreicht, die ihr Immunsystem wiederaufbauen sollen. Denn vor der Transplantation musste Milla sich einer Chemotherapie unterziehen, wodurch ihr körpereigenes Abwehrsystem zurückgesetzt wurde. Und das ist jetzt die größte Herausforderung, der sich Milla und ihre Familie stellen müssen: „Sie hat quasi keine Impfungen mehr, nichts“, so Withof.
Im Sommer in die Schule
Nach und nach muss nun alles wieder neu aufgebaut werden: „Das wird uns die nächsten zwei Jahre beschäftigen“, hieß es. So etwas wie Alltag soll aber trotzdem schon zeitnah wieder einkehren. Läuft alles gut weiter nach der Transplantation, soll Milla schon im Frühjahr zurück in den Kindergarten und im Sommer eingeschult werden: „Wir wollten sie eigentlich noch ein Jahr daheim behalten, aber die Psychologen sagten uns, sie soll unbedingt in die Schule“, sagte der Familienvater. Milla habe zwar einiges verpasst, dafür aber unvorstellbare Hürden und Herausforderungen genommen. Sie sei in der Zeit in ihrer Persönlichkeit sehr gewachsen – und sei bereit für die Schule.
Hoffnung nie aufgegeben
Bis dahin wird Milla zwar noch einige Krankenhausbesuche über sich ergehen lassen müssen, aber die Familie ist frohen Mutes: „Wir werden ein annähernd normales Leben zurückbekommen“, so Withof. Nach etwa einem Jahr, das von mehrwöchigen Krankenhausaufenthalten, Unsicherheit und Angst geprägt war, ist die Familie nun auf dem Weg zurück in einen regulären Alltag – und hat nie die Hoffnung aufgegeben.
