Norderney - Am Montag ist auf Norderney ein Seemann gestrandet und mit seinem selbstgebauten Schiff unfreiwillig zur Attraktion geworden. Der alleinreisende, ältere Skipper ist im Bereich des Weststrands auf Grund gelaufen. Seitdem beobachten Touristen, Einheimische und die Medien das Geschehen. Auch verschiedene Behörden machen sich aktuell ein Bild von der Lage. Denn bisher ist nicht klar, wer in diesem ungewöhnlichen Fall zuständig ist.
Bergung abgesagt
„Da hier keine Gefahr für den Mann oder die Allgemeinheit besteht, halten wir uns zurück“, teilt Wiebke Baden, Polizeisprecherin in Aurich, mit. Die Stadtverwaltung Norderney holt Informationen für eine mögliche Bergung des Schiffs ein, falls der Fall in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.
Aktuell wird dem Gestrandeten aber noch die Möglichkeit gegeben, sich selbst um eine Lösung zu kümmern, teilt ein Mitarbeiter der Wasserschutzpolizei in Emden mit. Hier gibt es allerdings mehrere Probleme: Denn ob sich das Schiff überhaupt noch über Wasser halten kann, ist unklar. Laut Polizei ist der Motor defekt. Das Schiff muss also repariert oder geborgen werden.
„Wir haben ihm mehrere Telefonnummern von Bergungsunternehmen weitergeleitet, die er nach unserem Kenntnisstand auch kontaktiert hat“, heißt es von der Wasserschutzpolizei. Ein Unternehmen hätte dem Seemann aber bereits abgesagt.
Es würden derzeit viele Gespräche geführt, auch darüber, wer sich an den Kosten beteiligen könnte. Der um die 70 Jahre alte Mann sei allerdings nicht besonders kooperationsbereit, teilt ein Inselsprecher mit.
Zuständigkeit unklar
Kann sich der Eigentümer letztlich nicht selbst aus seiner misslichen Lage befreien, könne eine Verfügung eingereicht werden, das Schiff zu entfernen. Ob eine derartige Verfügung allerdings von der Stadt, vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), oder vielleicht auch einer Umweltbehörde zum Naturschutz des Wattenmeeres eingereicht werden müsse, sei laut Wasserschutzpolizei momentan unklar. „Im Zweifel müsste wahrscheinlich genau ausgemessen werden, welche Behörde zuständig ist, da er sich mit seinem Schiff in einer Art Grauzone zwischen Wasser und Land befindet“, erklärt der Beamte weiter.
Aber auch mit einer Verfügung müssten erst einige Fristen abgewartet werden, bis eine Bergung erzwungen werden kann. Derzeit sieht es also danach aus, dass die ungewollte Touristenattraktion auf Norderney noch einige Tage – wenn nicht sogar Wochen – auf der Insel zu beobachten sein.
