Norden/Norddeich - Der wohl wichtigste Posten der Verwaltung in einer Tourismusregion wie Norddeich ist derzeit vakant: Es gibt seit dem 30. Juni keinen Kurdirektor mehr. Überraschend war der ehemalige Kurdirektor Stefan Krieger nach nur sieben Monaten im Amt und nachfolgender, längerer Abwesenheit zum 30. Juli ausgeschieden. Und eine konkrete Aussicht auf eine Nachfolge gibt es bislang auch nicht, wie eine Nachfrage bei der Stadt ergab. Denn noch wurde die Stelle nicht einmal ausgeschrieben, wie der Erste Stadtrat Marcus Aukskel auf Nachfrage sagte. Initiativ-Bewerbungen liegen derzeit auch nicht vor. Aukskel geht aber davon aus, dass die Stelle in Kürze ausgeschrieben werde. Wann allerdings ein neuer Kurdirektor in Amt und Würden tritt, ist offen. Das hängt unter anderem von der Bewerberlage ab, aber auch von politischen Beschlüssen und Kündigungsfristen.
Völz übernimmt Freibad-Planungen
Allerdings kümmert sich seit dem Ausfallen Kriegers der technische Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Norden, Wolfgang Völz, um die Belange des Kurdirektors – jedenfalls um einige. Unter anderem hat Völz die Verantwortung für die Freibad-Planung übernommen. Wie es darum steht, darüber gab Völz kürzlich bei einem Pressegespräch ein paar kurze Informationen, zusammenfassend sagte er: „Die Planungen liegen alle im Zeitplan.“ Zu Kostensteigerungen, Problemen, möglichen künftigen Verzögerungen und weiterem sagte Völz allerdings nichts.
Bürgermeister-Arschbombe wohl erst 2025
Laut Völz ist der Baustart weiterhin für 2024 geplant, und die Eröffnung für 2025. Dann, so hatte es der Bürgermeister Florian Eiben angekündigt, wolle er mit einer „Arschbombe“ ins wohltemperierte Nass springen. Apropos temperiert – das wird das neue Bad definitiv sein. Wie genau es aber energetisch versorgt wird, ist bislang noch nicht final abgestimmt. Es stehen mehrere Optionen zur Wahl, unter anderem Fernwärme oder Solarthermie. Da das angrenzende Haus des Gastes auch mit Fernwärme der Wirtschaftsbetriebe Norden versorgt wird, liegt vor Ort sowieso schon eine entsprechende Leitung. Einen Anschluss an das Bad zu schaffen, wäre leicht realisierbar. Aber auch die Sonnenenergie könnte abgezapft werden – und auf dem Dach des Haus des Gastes künftig Kollektoren stehen. Das sind aber bislang nur Ideen, eine endgültig Entscheidung sei noch nicht getroffen. Es bleibt also weiter spannend, aber Völz ist davon überzeugt, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Das wäre auch für die Finanzen der Stadt förderlich, denn der Bewilligungszeitraum des Förderbescheids endet zum 31. Dezember 2025.
Von 4000 Quadratmetern Wasserfläche auf 1000
Doch es regt sich schon lange vor der Fertigstellung des Freibades der Unmut, denn das neue Freibad wird massiv kleiner als das bisherige. Wie im April vergangenen Jahres bekannt wurde, kommt das Bad nicht nur deutlich später als geplant (ursprünglich wollte der Bürgermeister schon in diesem Jahr anbaden), sondern es wird auch nur noch 1000 Quadratmeter Wasserfläche aufweisen – früher waren es 4000.
