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NWZonline.de Region Ostfriesland Landkreis Aurich Norden

Kurioser Doornkaat-Werbetext: Sind wir nicht alle Friesen, irgendwie?

30.09.2022

Norden Genug von Gaspreisen und den anstehenden Wahlen, es wird Zeit für die wirklich wichtigen Fragen. Zum Beispiel, für wen die Marke Doornkaat eigentlich heimatliche Historie und ein erinnerungswürdiges Kulturgut ist. Wenn Sie jetzt denken: „Na, mit Sicherheit für alle Menschen in Norden“, dann liegen Sie nur teilweise richtig – wenn es nach dem Unternehmen Berentzen geht, das Doornkaat 1992 gekauft hat. Demnach empfinden nämlich auch die Bewohner von Husum oder des niederländischen Winschooten beim Anblick des Schriftzugs Heimatgefühle. Wie das? Nun, der Reihe nach.

Die Doornkaat-Brennerei war lange Zeit der größte Betrieb in Norden und prägte das geamte städtische Leben, bis zum Niedergang ab den 1970er-Jahren. Bild: Medienzentrum Norden

Doornkaat nur echt mit Wacholder

Auch wenn es heute noch Korn mit dem Doornkaat-Label zu kaufen gibt, hat das mit dem einstigen Schnaps aus Norden nur noch den Namen gemein – nicht nur, weil der einst ikonische Wacholder-Rezeptur nach der Übernahme verändert wurde, sondern auch, weil seit 1997 keine Flasche mehr in Norden oder im ostfriesischen Raum abgefüllt wurde. Und weil Gin seit einigen Jahren enorm populär ist, hat Berentzen auch einen Dry Gin „Norden“ im Sortiment – mit Doornkaat-Label. Da findet sich dann auch wieder Wacholder im Glas, wenngleich das für alte Doornkaat-Fans wohl nur ein schwacher Trost ist. Wobei das vielleicht im umgekehrten Verhältnis zur Menge der getrunkenen Gläser steht, aber das tut wenig zur Sache. Denn auf dem Etikett dieses Gins liest sich: „Norden Dry Gin ist eine Liebeserklärung an die friesische Heimat und den Ursprung der Marke Doornkaat.“

Friesen sind wir doch alle, irgendwie

Falls Sie die Flasche jetzt vor Schreck haben fallen lassen – wir sind stark geblieben und haben das Unternehmen Berentzen gefragt, wie das zu verstehen sei. Denn, auch wenn Ostfriesland und Friesland sich einen Großteil ihrer Namen teilen, sind die Regionen nicht beliebig austauschbar und haben jeweils eigene Traditionen. Aber: „Die Bezeichnung Friesen bezieht sich nach unserem Verständnis nicht nur auf den Landkreis Friesland, vielmehr fühlen sich Gruppen in mehreren Gebieten in Deutschland wie in den Niederlanden angesprochen. Weitere Informationen hierzu finden Sie beispielsweise bereits auf Wikipedia“, hieß es auf Nachfrage. Na, wieder was gelernt. In besagter Enzyklopädie findet sich unter dem Kapitel „Die Friesen heute“ allerdings der Passus: „Die zweite Gruppe lebt an der Küste des deutschen Landes Niedersachsen, von der niederländischen Grenze bis jenseits der Weser (Ost-Friesland). Aufgrund ihrer Geschichte sind diese Friesen territorial sehr zersplittert.“ Weil wir bei Splittern wieder an Ihre heruntergefallene Flasche denken mussten – und die Skepsis ob der Richtigkeit dieser Einordnung von Doornkaat blieb –, folgte eine Nachfrage beim Heimatverein Norderland.

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Eine Doornkaat-Korn – nur für Kenner ist sofort ersichtlich, dass dies eine Flasche ist, die nach der Übernahme durch Berentzen abgefüllt wurde. Bild: dpa

Auch für Groninger ein Stück Heimat?

„Das ist in etwa so, als wenn man Kaffee Hag wiederbeleben und mit dem Spruch ,Jetzt mit Koffein!’ verkaufen würde“, sagte der Vorsitzende David Gronewold. „Ich hoffe, die Groninger wissen, dass sie jetzt mit dabei sind. Wir wussten das mit der Heimat jedenfalls schon, als Doornkaat noch in Norden gebrannt wurde.“ Er wünsche Berentzen trotzdem „großen ökonomischen Erfolg“, so Gronewold. Ob er dabei einen Doornkaat in der Hand hielt, blieb in der Recherche leider offen. Klar wie Korn ist nun immerhin, dass die alte Norder Marke durch ihren alten Standort zwar allgemein friesisch, speziell aber ostfriesisch ist (nicht jedoch ost-friesisch). Darauf können sicher auf Husumer und Winschooter ein Glas heben.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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