Marienhafe - Ein Schandfleck im Ortsbild – das war für zahlreiche Ratsmitglieder in der Samtgemeinde Brookmerland viele Jahre lang die Schewelingsche Mühle. Zumindest äußerten sie dies – unabhängig von Parteizugehörigkeit – des Öfteren öffentlich. Sie monierten den schlechten Zustand des Bauwerks: Dächer waren eingefallen, die Kappe marode und Abdeckplanen hingen an der Fassade herab. Grund für den unschönen Erhaltungszustand war ein Konflikt zwischen den Mühlen-Eigentümern Torsten und Gundolf Scheweling und der Samtgemeinde Verwaltung beziehungsweise Politik.
Folge dieses Disputs war, dass beide Scheweling-Brüder kein öffentliches Fördergeld für eine Sanierung erhielten. Im vergangenen Jahr gelang die Schlichtung: Die erste Phase der Sanierung konnte beginnen. Diese ist nun nahezu abgeschlossen.
In altem Glanz
Im Glanz vergangener Tage erstrahlen mittlerweile wieder das Pack- sowie Müllerhaus. Rund 268 000 Euro kostete die Sanierung. Knapp 100 000 Euro mehr als veranschlagt. „Man muss schon echt verrückt sein, wenn man so eine solche Mühle besitzt“, sagt Gundolf Scheweling hinsichtlich dieser Summe. Rund 42 000 Euro erhielten er und sein Bruder für die Sanierung von der Samtgemeinde, 53 500 Euro vom Amt für Regionale Landesentwicklung in Aurich und 70 000 Euro vom Mühlenpool des Landkreises. 100 000 mussten die Schewelings aus eigener Tasche beisteuern. „Dafür sehen beide Gebäude nun aber wieder wirklich gut aus“, so Gundolf Scheweling. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurden die Dächer der beiden Gebäude neu gemacht und die Giebel aufgemauert. Auch eine Zwischendecke wurde eingezogen.
Zutritt für Öffentlichkeit
Bedingung für das geflossene Fördergeld war, dass die Brüder die Mühle wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen. „Es ist aber keine Vorgabe, dass die Mühle nun jeden Tag geöffnet sein muss“, sagt Guido Feldmann, Ordnungsamtsleiter der Samtgemeinde Brookmerland. Lediglich zu besonderen Ereignissen wie dem Mühlentag, sei eine Öffnung erwünscht seitens der Fördergeber. „Unser Ziel ist sogar, dass wir wieder einen kulturellen Betrieb auf die Beine stellen“, sagt Gundolf Scheweling. Bis ins Jahr 2005 hatten die Eigentümer immer wieder Kulturevent in der Mühle veranstaltet.
Ausruhen auf der bisherigen Sanierung möchten sich die Marienhafer Eigentümer nicht, wie sie sagen. Mittelfristig soll auch die Mühle selbst wieder zum Schmuckstück werden. „Ich habe zuletzt den ersten Förderantrag für dieses Vorhaben fertig gemacht“, so Scheweling. Angegangen werden sollen in den nächsten drei Jahren unter anderem der Achtkant, der neu mit Reet gedeckt werden soll und die Mühlenkappe. „Auch die Flügel, die aktuell in Oldersum liegen, wollen wir perspektivisch wieder anbringen“, so Scheweling.
