Norden - Wenig gepflegt und etwas improvisiert sieht sie aus, die Fläche, auf der es einst die Firma Hedemann gab und die heute unscheinbar an den Parkplatz der Kreisvolkshochschule grenzt. Genau dort, im Zentrum von Norden, möchte die SPD eine Parkpalette bauen lassen – also ein kleines Parkhaus mit mehreren Etagen, auf denen Autos stehen können. Dazu will die Norder SPD-Fraktion am Dienstag einen Antrag in den Stadtrat einbringen. Aber die Antragsteller wehren den Eindruck ab, sie wollten einfach den Autoverkehr fördern: „Da sollen mehrere Nutzfaktoren zusammenkommen“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Hinrichs. „Wir wollen mit der Zeit gehen.“
Viele Stellplätze fallen bald weg
Und die SPD wolle damit auch ein Verkehrskonzept für Nordens Innenstadt berücksichtigen, sagt die Fraktionsvorsitzende Dorothea van Gerpen, bei der die Fußgängerzone um jenen Teil der Osterstraße erweitert wird, der aktuell noch durch Nordens Zentrum führt, derweil der Autoverkehr über die sogenannte Spange außen herumgeführt wird. Es fallen dabei Stellflächen weg. Zudem fallen die Flächen der Norder Bau und Grund in der Uffenstraße weg, weil sie überbaut werden. Gibt es zu wenig Stellflächen, sei „Wildwuchs“ vorprogrammiert. „Es war klar, dass ein Parkplatz eingerichtet werden muss.“ An der Tatsache, dass in der ländlichen Region das Auto noch lange gefragt ist, komme man nicht herum.
Stellflächen für Pkw und E-Bikes samt Ladestationen
Die kleine Fläche der Stadt direkt am KVHS-Parkplatz in der Uffenstraße ist seit dem Abriss der Gebäude nur eingeebnet, aber nicht weiter befestigt worden. Das soll auch nicht geschehen: „Wir wollen die Fläche nicht versiegeln“, erklärt Dorothea van Gerpen. Stattdessen möchte die SPD dort mittelfristig die multifunktionale Parkpalette bauen. Im Erdgeschoss sollen sichere Abstellplätze für zahlreiche Fahrräder angeboten werden. Teure Pedelecs sollten nicht nur sicher abgestellt werden können, sondern auch gleich aufgeladen. Ein Geschoss höher könnten Autos stehen, und das Dach böte reichlich Platz für eine Photovoltaikanlage. Die Grundidee: Statt weitere Flächen für Parkplätze zu verwenden, sollte eben in die Höhe gebaut werden. Dabei sei die Palette günstig gelegen: „Mehr Innenstadt geht nicht“, stellt Wolfgang Hinrichs fest.
Politik berät am Dienstag
Der Antrag, den die SPD am Dienstag, 14. Februar, bei der Sitzung ab 17 Uhr in der Sporthalle Wildbahn, einbringen will, sei vom Prinzip her auch gar nicht so neu. Etwas allgemeiner gehalten, sei die SPD mit der Frage nach Parkmöglichkeiten schon vor einem Jahr vorstellig geworden, und nun soll eine konkrete Idee diskutiert werden: „Wir stellen einen Prüfantrag“, sagt die Fraktionsvorsitzende.
