Norddeich - Den Strandkorb für den nächsten Urlaub in Norddeich samt Aktionspaket aus Sport, Kultur und Veranstaltungen vom heimischen Sofa aus buchen – das soll keine Wunschvorstellung bleiben: Der neue Norddeicher Marketing- und Eventchef Stefan Krieger hat einiges auf seiner Agenda stehen. Vor mehr als zwei Wochen hat der gebürtige Leverkusener seine Stelle beim Tourismus-Service angetreten und füllt damit die nach dem Weggang seines Vorgängers Björn Bartsch seit vier Monaten vakante Stelle.
Unter den mit 19 „ungewöhnlich vielen“ Bewerbern, wie Norddeichs Kurdirektor Armin Korok sagte, hat sich der 50-jährige Stefan Krieger als neuer Marketing- und Eventchef durchgesetzt.
Der gebürtige Leverkusener ist gelernter Industriekaufmann. In Berlin studierte er Kommunikationswissenschaften, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsgeografie.
Im Anschluss arbeitete die „rheinische Frohnatur“, wie Krieger sich selbst beschreibt, zehn Jahre lang im Landschaftsverband Rheinland.
Im Sommer 2012 wurde er Tourismusdirektor der Nordseeinsel Borkum, ehe er 2014 als Kur- und Tourismusdirektor nach Bad Salzuflen wechselte.
Ab Februar 2021 war er Tourismuschef in Grömitz an der Ostsee, wo er allerdings nicht heimisch wurde und sich in Norddeich bewarb.
Seit dem 15. Januar ist Stefan Krieger beim Tourismus-Service Norden-Norddeich und damit Nachfolger von Björn Bartsch.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen für den 50-Jährigen an oberster Stelle, auch wenn er bei seiner Vorstellung mit konkreten Ideen noch sparsam war. Beides sind jedoch Themen, die aufgrund des seit rund drei Jahren laufenden Baus der neuen Wasserkante „ins Hintertreffen geraten sind“, wie Kurdirektor Armin Korok zugab. Er selbst soll sich in den kommenden Jahren federführend um den Neubau des Freibades kümmern. Damit das Thema Digitalisierung aber nicht noch länger aufgeschoben wird, will Krieger sich zunächst auf den Aufbau eines neuen Vorbuchungssystems stürzen. Gut also, dass der gelernte Industriekaufmann bereits Erfahrungen damit hat: Bei seiner vorletzten Station im nordrhein-westfälischen Bad Salzuflen hat Krieger nach eigener Aussage innerhalb von zwei Jahren einen E-Commerce-Bereich aufgebaut, bei dem neben Unterkünften auch Anwendungen und Eintrittskarten bereits im Vorfeld zum Urlaub gebucht werden konnten. In Norddeich sind die Voraussetzungen durch eine Buchungsplattform bereits gegeben, sodass der neue Marketingchef optimistisch ist, in weniger als zwei Jahren erste Ergebnisse präsentieren zu können.
Um diesen Bereich touristisch nutzen zu können, sei allerdings eine Vernetzung mit den Akteuren der Schlüssel. Dabei richtet der 50-Jährige den Blick auf den Bereich Kultur, vor allem aber auf den Sport. „Darin sehe ich ein riesen Wachstumspotenzial.“ In Sachen Sport will Krieger auf Gäste zugeschnittene Angebote etablieren und zugleich einen ganzen Veranstaltungsbereich schaffen. Wie das genau aussehen soll, dazu konnte er nach zehn Tagen allerdings noch wenig sagen.
Was ist mit Nachhaltigkeit?
„Ob eine große Veranstaltung oder mehrere kleine, da müssen wir erst einmal gucken, was zu uns passt – und was die Gäste sich wünschen.“ Klar ist aber schon jetzt: „Wir wollen das Alleinstellungsmerkmal Wasserkante nutzen und es mit Leben füllen.“ Wie genau, auch dazu hielt Krieger sich noch bedeckt. Nur so viel: „Zur Einweihung wird es ein dreitägiges Event geben.“ Das ist für Ende Juli geplant.
Und die Nachhaltigkeit? Da ist zunächst der Tourismus-Service selbst im Fokus. „Wir sind nicht nachhaltig unterwegs“, gab Korok zu und nannte Büromaterial und Fahrzeugflotte. Das soll sich künftig ebenfalls ändern. Korok wie Krieger wissen, dass „die Erwartungshaltung der Leute heute eine andere ist als noch vor zehn oder auch vor fünf Jahren.“ Müllvermeidung bei Veranstaltung und Plastikverzicht in den Hotels sind daher ebenfalls wichtige Zukunftsthemen für den neuen Marketingchef.
