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Bäckerei Grünhoff in Norden Stutenkerle in Handarbeit produziert – heute wie vor 22 Jahren

In der Bäckerei Grünhoff werden derzeit wieder etwa 7000 Stutenkerle produziert – und dabei setzt das Unternehmen noch auf echte Handarbeit.

In der Bäckerei Grünhoff werden derzeit wieder etwa 7000 Stutenkerle produziert – und dabei setzt das Unternehmen noch auf echte Handarbeit.

Aike Sebastian Ruhr

Norden - 7000 Stutenkerle produziert die Bäckerei Grünhoff aus Norden dieser Tage, damit sie am Tag vor und am Nikolaustag selbst verschenkt werden können. Dabei setzt die Bäckerei-Kette noch auf Handarbeit und produziert die traditionellen Hefegebäcke wie vor Jahrzehnten. Sie bestehen aus Butter, Mehl, Ei, Zucker und Salz, werden von Hand geformt, zurechtgelegt und mit der Tonpfeife versehen. Diese steht übrigens nicht für ein Hang zum Tabakkonsum, sondern symbolisiert den Stab des Nikolaus: „Früher hatte der einen richtigen Stab, aber dadurch war das Gebäck sehr anfällig und brach leicht auseinander. Irgendwann ist dann eine Art Pfeife daraus geworden“, erklärt Lars Grünhoff.

Preis beträgt 3,90 Euro

Die Produktion der Stutenkerle beginnt meist Anfang Dezember. Dann werden die Zutaten bereitgelegt und die Produktionsstraße eingerichtet. Hierbei geht es Hand in Hand: Einer knetet, einer formt, einer legt zurecht, ein weiterer fügt Augen (Rosinen) und die Tonpfeife hinzu und letztlich geht der Stutenkerl in den Ofen. Kurz zuvor wird er noch mit Ei bestrichen, um einen besonderen Glanz zu erzielen. Nach der Backzeit kühlt das Teigmännchen noch aus, ehe es verschlossen wird und dann zum Verschenken und Verzehr bereitsteht. Der Arbeitsaufwand pro Teigmännchen ist dabei beachtlich – und weitaus höher als bei übrigen Gebäcken. Zwei bis drei Minuten Arbeitszeit bindet ein einzelner Stutenkerl im Schnitt – und kostet am Ende 3,90 Euro.

Mit den Stutenkerlen lebt ein Nikolaus-Brauch in diesen Tagen wieder auf. So hat der selbstständige Bäckermeister Heiko Gerdes in Fulkum wieder alle Hände voll zu tun.

PRODUKTION IN DEN BACKSTUBEN LÄUFT DERZEIT AUF HOCHTOUREN Weiße Tonpfeife gehört beim Stutenkerl immer dazu

Detlef Kiesé
Fulkum

Seit 22 Jahren fast unverändert

Grünhoff ist seit 22 Jahren als Inhaber der Bäckereikette selbstständig – und im Prinzip werden die Stutenkerle noch wie damals hergestellt – und auch entsprechend nachgefragt. Das sei eine Tradition, die noch erhalten und über Generationen hinweg weitergegeben werde. Nur eine Sache habe sich im Laufe der Zeit geändert: Die Produktvielfalt. Damals habe es noch keine veganen oder Dinkelstutenkerle gegeben, dies sei heutzutage durchaus der Fall. Auch wenn diese speziellen Rezepturen noch eine Randerscheinung sind und nur in geringer Stückzahl (wenige Dutzend) über den Tresen gehen, sind sie heutzutage ein wichtiger Bestandteil.

Korinthenstuten als Evergreen

Neben den Stutenkerlen ist nur die Produktion der Korinthenstuten derart zeitstabil: Das traditionell ostfriesische Brot wird noch immer stark nachgefragt, erfreut sich in den letzten Jahren sogar steigender Beliebtheit, wie Grünhoff weiß. Und das, obwohl die Nachfrage nach traditionellem Weißbrot stark zurückgegangen ist: „Wir versenden auch viele Korinthenstuten, teils in die ganze Welt. Aber viele Touristen nehmen am Ende des Urlaubs mehrere Brote mit und frieren diese ein – denn sowas gibt es wirklich nur in Ostfriesland.

Aike Sebastian Ruhr
Aike Sebastian Ruhr Ostfriesland-Redaktion/Norden
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