Norden - Zwei Tötungsdelikte, einmal in Hage am 22. Januar und am 15. Februar in Tidofeld, erschütterten die Region. Seither sind diese Vorfälle in Gesprächen immer wieder Thema – und nicht wenige Menschen machen sich große Sorgen. Auch Parallelen im Fall Hage zu den 1990er/2000er-Morden werden gezogen, doch was ist überhaupt bekannt – und was nicht? Eine Übersicht.
Mutter erstochen
Im Fall des Tötungsdeliktes in Tidofeld soll ein 37-jähriger Sohn seine eigene 62 Jahre alte Mutter am Donnerstag, 15. Februar, erstochen haben, wie unsere Redaktion aus sicherer Quelle erfahren hat. Alarmiert wurden Polizeibeamte am Tattag gegen 16.30 Uhr – von wem, darüber gibt die Polizei bis dato offiziell noch keine Auskunft. Laut Informationen unserer Redaktion hat aber der mutmaßliche Täter selbst den Notruf abgesetzt und sich unmittelbar nach der Tat auch Nachbarn gegenüber offenbart. Er ließ sich nach Kenntnissen unserer Redaktion widerstandslos festnehmen. Für das Opfer kam allerdings jede Hilfe zu spät, die Mutter des mutmaßlichen Täters erlag ihren schweren Verletzungen.
Klar ist weiterhin bislang nur, dass noch keine Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben wurde. Auch wenn es sich um einen aus der Ferne betrachtet klaren Fall handeln mag, laufen die Ermittlungen noch weiter, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich mitteilte. Wann eine Anklage erhoben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig ungewiss. Ebenfalls unklar ist, welcher mögliche Straftatbestand angeklagt wird – also, ob es sich um gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag oder gar Mord handelt. Der mutmaßliche Täter ist und bleibt allerdings in Untersuchungshaft. Offen ist im Fall Tidofeld bislang weiterhin, welches Tatwerkzeug verwendet wurde und warum es überhaupt zu der Gewalttat kam, welches Motiv der mutmaßliche Täter hatte, um seine Mutter zu töten. Darüber gibt die Polizei bislang keine Auskunft. Auch ist ungewiss, ob der mutmaßliche Täter sich geständig zeigt oder die Tat bestreitet.
Viele Fragen im Fall Hage
Im Fall des Tötungsdeliktes in Hage hingegen gibt es weit weniger bekannte Fakten – und viel mehr offene Fragen. Von den Behörden offiziell kommuniziert wurde bislang nur, dass am 22. Januar die Leiche einer 65-Jährigen in ihrer Wohnung in der Harringastraße in Hage im Rahmen einer Notfalltüröffnung gefunden wurde. Eine anschließende Obduktion zeigte, dass die Frau offenbar getötet wurde. Woran sie starb, wie weit Todes- und Fundzeitpunkt auseinander liegen, ob es bereits Verdächtige gibt, welches mögliche Motiv vermutet wird, welche Waffe verwendet wurde und ob es überhaupt Anhaltspunkte für die weiteren Ermittlungen gibt, darüber schweigt die Polizei auch mehr als einen Monat nach dem Leichenfund weiter. Weite Teile der Anwohnerschaft sind zunehmend in Sorge, die Gerüchteküche brodelt, doch die Polizei gibt aus „ermittlungstaktischen Gründen“, wie es immer wieder heißt, keine weiteren Informationen preis.
