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70 verschiedene Sorten Tomatensammler in Norden: Das Paradeiser-Paradies

Ann-Kathrin Stapf
Kersten Ebel hat in seinem Garten winzig kleine und riesengroße Tomaten.

Kersten Ebel hat in seinem Garten winzig kleine und riesengroße Tomaten.

Ann-Kathrin Stapf

Norden - Es ist sozusagen das Paradeiser-Paradies. Paradeiser heißen Tomaten im Süden Deutschlands und Österreich. Paradies- oder auch Liebesapfel hieß das Nachtschattengewächs in früheren Zeiten. Doch egal, ob man sie Paradeiser oder Tomaten nennt: Kersten Ebel aus Norden hat sie. 70 Sorten aus aller Welt wachsen im Garten des Norders. Die Früchte sind rot, gelb, grün oder fast schwarz, wenige Gramm oder über 2 Kilogramm schwer. Sie schmecken süß wie Obst oder würzig.

Kutziwutzi und Reisetomate

Die Tomaten haben nicht nur Charakter, sondern auch ungewöhnliche Namen. Kutziwutzi ist eine kleine Buschtomate, deren Triebe weißes Fell haben. Sie sehen aus, wie kleine rote Murmeln. Die Reisetomate hingegen, erinnert an Trauben. Sie sehen aus, als wären mehrere Tomaten aneinandergewachsen. Die einzelnen Teile können abgebrochen werden, ein Messer ist nicht nötig. Die Tomate kann unterwegs problemlos verzehrt werden. Darum bekam die Tomate, die schon die alten Mayas kannten, den Namen „Reisetomate“. Die Black Plum ist eine russische Tomate, die dunkelbraun ist und eierförmig.

Die Sorten stammen aus Italien, Rumänien aber auch aus der Ukraine, Kanada und Schweden. Die Wege, wie Ebel an sie herankommt, sind unterschiedlich, aber vieles passiert über das Internet, wo sich Tomaten-Fans austauschen, aber auch durch Freundschaften kommt es zum Austausch der Tomatensamen. So kommt er nicht nur an internationale Sorten, sondern auch an solche, die es wohl schon seit dem Mittelalter gibt. Diese sein besonders resistent gegen Braunfäule.

Dunkelgrüne Blätter sind ein gutes Zeichen

Begonnen hatte für Ebel alles als Kind. Sein Großvater liebte Tomaten und gab das an den Enkel weiter. Der wiederum begann vor vielen Jahren auf einem Balkon in Hamburg damit, Tomaten zu züchten. Seitdem hat sich das Hobby in größere Dimensionen entwickelt. In einem überdachten Bereich hat er seine Experimente, Sorten, die er neu anbaut. Es sind rund 30 Stück in der „Teststation“. Auf seinem Grundstück sind verschiedene Sorten verteilt, die sich an Stangen ranken, wie Büsche sprießen oder kleine Bäumchen gleichen: „Ich finde raus, wie viel Wind sie abkönnen, wie viel Sonne sie brauchen und wie viel Feuchtigkeit sie vertragen.“ Wiederum in einem kleinen Gewächshaus befinden sich die Sorten, die Ebel für gut befunden hat und dauerhaft züchtet. Bis Weihnachten sagt er, habe er immer frische Tomaten. Seien die Blätter dunkelgrün, ginge es der Pflanze gut.

Tomaten zu Weihnachten

In Ostfriesland habe man praktisch keine Minusgrade mehr, Tomaten könne man darum mehrmals im Jahr und nicht nur im Sommer ernten. Selbst italienische Sorten könne man anbauen, auch wenn dies nicht leicht sei. Besser geeignet sind Sorten aus Schweden oder Rumänien. In Schweden herrsche ein ähnliches Klima. Wichtig sei es, die Pflanzen vor Feuchtigkeit zu schützen und für genügend Belüftung zu sorgen. Ein weiterer Kniff: Die Tomaten sind nicht in der Erde, sondern in Kisten. Die dürfen nicht zu klein sein, denn die Tomate braucht viele Nährstoffe. Beim Düngen müsse man aber vorsichtig sein. Pferdeäpfel beispielsweise sein zwar gut, aber sobald Urin und Stroh dabei sind, schleuse man unter Umständen Pilze in den Garten ein, die man so auch nicht mehr losbekäme. Besser sei Brennnesseljauche.

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