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TooGoodToGo-App Lebensmittel retten und dabei Geld sparen: Norder Bäckerei Grünhoff dämmt per App die Verschwendung ein

In den Überraschungstüten der Bäckerei Grünhoff, die TooGoodToGo-App-Nutzer abholen können, finden sich neben Brötchen meist ein Brot sowie Kuchen zu einem vergünstigen Preis.

In den Überraschungstüten der Bäckerei Grünhoff, die TooGoodToGo-App-Nutzer abholen können, finden sich neben Brötchen meist ein Brot sowie Kuchen zu einem vergünstigen Preis.

dpa

Norden - Lebensmittel vor der Abfalltonne retten und dabei noch Geld sparen – das ist, kurz gesagt, das Konzept der TooGoodToGo-App. Im Raum Norden nutzt diese App unter anderem die Bäckerei Grünhoff. Für 4,50 Euro können sich in allen Filialen der Kette zu einer bestimmten Zeit, meistens abends, eine Überraschungstüte abholen. Diese hat laut Geschäftsführer Lars Grünhoff einen Warenwert von 14,50 Euro. Enthalten sind dabei meistens ein Brot, Brötchenteilchen wie Croissants und eine Auswahl an Kuchen. Eine Gewähr, dass dies oder jenes enthalten ist, gibt es dabei allerdings nicht. Es ist eine Überraschung.

„Wir zahlen vielleicht sogar noch ein wenig drauf“

So funktioniert die TooGoodToGo-App

Die TooGoodToGo-App kann man im AppStore oder Google Play-Store herunterladen. Nach dem Anmeldeprozess kann man entweder einen Paypal-Account für die Zahlung hinterlegen oder eine Kreditkarte.

In der Suchfunktion der App kann man sich einen Überblick verschaffen, welche Angebote es in welchem Umkreis gibt. Hat man ein Angebot ausfindig gemacht, kann man dies öffnen und die Überraschungstüte reservieren.

Im Reservierungsprozess wird man direkt aufgefordert, die Tüte auch zu bezahlen. Dies geschieht dann über die hinterlegten Zahlungsmethoden. Anschließend kann man im angegebenen Zeitraum seine Überraschungstüte vor Ort abholen. Wichtig dabei zu beachten ist, dass die Bestellung erst vor Ort im Beisein der Verkäuferin entwertet werden darf.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht lohnt sich die Herausgabe der Überraschungstüten nicht, im Gegenteil: „Wir zahlen vielleicht sogar noch ein wenig drauf“, so Grünhoff. Doch er hält an der App und den Überraschungstüten fest, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Und das mit Erfolg. Vor der Einführung der TooGoodToGo-App warf die Bäckereienkette im Schnitt monatlich zwischen neun und elf Tonnen Lebensmittel weg. Diese werden dann beispielsweise für Futtermittel genutzt. Seit 2021 gibt es das abendliche Angebot und es werden seither etwa zwei bis drei Tonnen Lebensmittel monatlich weniger entsorgt.

60 bis 70 Tüten täglich

Und dabei erfreut sich das Angebot einer stetig wachsenden Nachfrage. Anfangs blieben die meisten Tüten in den Filialen und über die App wurden nur wenige gebucht. Nur zur Ferienzeit war das aufgrund der Nachfrage durch Touristen anders. Mittlerweile hat sich aber ein gewisser Standard etabliert. 60 bis 70 Tüten gehen im Schnitt insgesamt täglich über die Verkaufstresen. Besonders stark nachgefragt wird das Angebot dabei in Hage, wo fast immer alle Tüten ausverkauft werden. In Norden und Norddeich bleiben meist Restposten übrig, dort ist aber das Filialnetz auch am dichtesten.

Neue Kunden erschlossen

Anfangs war Grünhoff noch skeptisch und fürchtete, dass Kunden, die sonst den regulären Preis zahlen, auf das niedrigpreisige Angebot umschwenken könnten. Doch diese Befürchtung habe sich nicht bewahrheitet – im Gegenteil: „Nun bedienen wir auch Kunden, die sonst gar nicht gekommen wären“, so Grünhoff. Er ist zufrieden mit dem Endergebnis und freut sich, dass weniger Lebensmittel entsorgt werden müssen. Zufrieden sind allerdings längst nicht immer alle Kunden, die Überraschungstüten in Empfang nehmen. Mal monieren sie den Inhalt, häufiger kommt es aber zu Konflikten wegen der korrekten Nutzung der App. Und weil das Angebot rein digital funktioniert, hat Grünhoff bislang auch fast nur mit jüngeren TooGoodToGo-Nutzern zu tun. Ausweiten will er das Angebot allerdings nicht. Denn das Packen der Überraschungstüten und Bereitstellen der notwendigen Verpackungsmaterialien kostet so viel Zeit und Geld, dass ein Mehrangebot nur Kosten verursachen würde.

Aike Sebastian Ruhr
Aike Sebastian Ruhr Ostfriesland-Redaktion/Norden
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