Norden - Ein wenig schüchtern stellte sich Stefanie Heimann bei der jüngsten Sitzung des Norder Stadtrats ans Mikrofon. Sie erkundigte sich in der Einwohnerfragestunde, wie es weitergehen soll mit dem Café auf dem Marktplatz, das schon über ein Jahr nur im Notbetrieb läuft. Es gebe mittlerweile diverse Gerüchte in Norden, warum in Sachen Pachtvertrag noch keine Entscheidung gefallen sei, ließ die Fragestellerin durchblicken. Eines sei, dass ein neuer Pächter daraus ein ganz anders geartetes Restaurant machen wolle.
Ein anderes gibt sie nach der Ratssitzung im Kreis ihrer begleitenden Freundinnen Antje Everts-Marx und Sonja Richter wieder: Die Kurverwaltung wolle das Café an die Stadt zurückverkaufen. Darüber werde aktuell noch verhandelt, weshalb die Wartezeit so lang ausfällt.
Läuft seit rund 14 Monaten nur noch im Notbetrieb: das Café am Markt in Norden. Bild: Axel Pries
Wichtiger Treffpunkt
Derweil werde das meist geschlossene Café bei vielen Nordern aber schmerzlich vermisst, fügte Stefanie Heimann in der Fragestunde hinzu. Sie gehöre einer Gruppe von Fans an, die sich als regelmäßige Besucher dafür einsetze, „das Marktcafé als zentralen Treffpunkt zu erhalten.“ Letztlich sei das lange Warten auf eine Entscheidung nicht fair gegenüber der Pächterin Simone Gültzow, die seit mittlerweile „zwei Jahren in der Luft hängt“.
Vage Antworten
Bürgermeister Florian Eiben (SPD) zeigte sich verständnisvoll, ohne die Frage zu beantworten: „Ich bin bei Ihnen, dass das ein wichtiger Treffpunkt ist.“ Es gebe Diskussionen über den Pachtvertrag, erklärte er knapp zum möglichen Hintergrund der Wartezeit. Aber: „Es sind alle gewillt, dass es kurzfristig weitergeht.“
Danach hat es bislang aber nicht ausgesehen. Rund 14 Monate ist es her, dass der Pachtvertrag zwischen der Norder Kurverwaltung und der Pächterin ausgelaufen ist. Der Weiterbetrieb sollte demnach aus rechtlichen Gründen ausgeschrieben werden. Mehr als acht Monate ist es mittlerweile auch her, dass es diese Ausschreibung gab – aber das Ergebnis ist unbekannt.
Kurdirektor schweigt ...
Aufgrund der Unsicherheit „in der Schwebe“ läuft der Betrieb derzeit minimal: Das Café hat nur noch zweimal die Woche geöffnet, derweil die Pächterin vor allem von Erspartem lebt. Alle Anfragen sowohl von Gültzow als auch unserer Redaktion nach dem Ausgang der Ausschreibung blieben seitens der Kurverwaltung bis jetzt unbeantwortet.
... Eiben antwortet
Immerhin: Nordens Bürgermeister Florian Eiben erklärte auf Nachfrage, dass bei der Stadt keine Anfrage für einen Verkauf angekommen sei. „Mir ist davon nichts bekannt, dass jemand an die Stadt herangetreten ist“, sagte er.
Eiben verwies zugleich darauf, dass die Kurverwaltung zwar Eigentümerin des Pavillons, aber ein Eigenbetrieb sei, und er deshalb nicht in alle Vorhaben einbezogen sei. Er hätte sich aber insgesamt eine schnellere Lösung für das Café am Markt gewünscht. Denn: „Es ist im Interesse der Stadt, dass da was Gutes entsteht“, so der Bürgermeister.
