Norden - Es gibt aktuell wenig, was Norderinnen und Norder für die Menschen in der Ukraine und Flüchtlinge, die in Deutschland und Ostfriesland Schutz suchen, tun können. Trotzdem wollen Heidi Specht und Peter Richard Palkowski nicht nur dasitzen. Unabhängig voneinander haben die beiden Norder die jüngsten Opfer des Krieges in den Blick genommen: die Kinder.
Während Heidi Specht für die Kirchengemeinde Süderneuland erst einmal den Spendenaufruf bekanntmachen will, hat Palkowski schon so gut wie alles zusammen: Er spendet rund 1500 Malbücher und Kinderspiele – aus eigener Herstellung. Der Künstler hatte bereits im vergangenen Jahr Kindern in der Pandemie eine Freude gemacht und die Malbücher an die hiesigen Tagesstätten und Grundschulen verteilt. Nun will er den aus der Ukraine Geflüchteten etwas Gutes tun, denn „mir fehlen die Worte“, sagt er angesichts der Bilder aus dem Krieg.
Die eigene Geschichte
Palkowski weiß dabei, wie es ist, in ein fremdes Land zu kommen und neu anfangen zu müssen. Er selbst ist Spätaussiedler. „Ich komme zwar nicht aus einem Kriegsgebiet, aber ich weiß, wie es ist, wenn man kein Zuhause mehr hat“, sagt der Norder Künstler.
Tröster-Teddys
Wer sein Zuhause verliert, der braucht Trost. Und genau dort setzt die Aktion von Heidi Specht an. Sie will Teddys als Tröster für die Kinder sammeln, die im Landkreis Aurich Zuflucht finden. Dafür hat sie sich die Firma Siebels aus Norden mit ins Boot geholt. Die hatte die Kirchengemeinde schon im vergangenen Winter bei einer Schuhkartonaktion für die Flutopfer des vergangenen Jahres unterstützt. Bei Siebels in der Stellmacherstraße steht eine Box bereit, in die neue Teddybären zu den Öffnungszeiten eingeworfen werden können, so Prokurist Frank Hölscher. „Wir finden die Aktion gut und unterstützen das gern“, sagte er im Gespräch.
Zielgerichtete Spenden
Alle Spenden – seien es Palkowskis oder Spechts – werden von der Kreisvolkshochschule in Norden zentral in ihrem sozialen Kaufhaus M.u.m Norden im Stadtteil Tidofeld gesammelt. „Wir wollen nicht, dass die Menschen alle nach Utlandshörn fahren“, erklärte KVHS-Leiter Friedhelm Endelmann, der sich über das Engagement der Norderinnen und Norder freut. Trotzdem sei es wichtig, zielgerichtet zu Spenden. Aktuell brauche man vor allem Hygienepakete, Kinder- und Einzelbetten – aber auch Plüschtiere und Spielsachen seien sinnvoll. Nur Kleidung, darum bittet Endelmann, solle derzeit nicht gespendet werden. Und auch nicht „die alten Matratzen – die wollen wir nicht haben.“ Vielmehr sollten die Dinge neuwertig oder gut erhalten sein. Abgegeben werden können die Sachen montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr im M.u.m Norden, Am Schlicktief 5, Telefon 04931/1870532.
