Norden/Aurich - Wenn im Juni in Osteel und Marienhafe Sperrschilder eine Weiterfahrt auf der Bundesstraße 72 untersagen, dann ist das der Auftakt zu einem umfangreichen Sanierungsprogramm der B72 in diesem Sommer – in dessen Verlauf auch andere Straßen zwischen Norden und Aurich zeitweilig gesperrt werden. Sie werden als Umleitungen benötigt und dafür ertüchtigt, im frühen Herbst den Verkehr für die große Sanierung der B72 zwischen Georgsheil und Marienhafe aufzunehmen.
Ertüchtigung der Landesstraßen
Ertüchtigung: So nennt das Landesstraßenbauamt Aurich die Baumaßnahmen auf den Landesstraßen 3, 4 und 26 zwischen Hinte und Upgant-Schott, die im Juli beginnen sollen – mitten im Sommer, wenn die Straßen auch mit Urlauberverkehr belastet sind. „Es passt eigentlich zu keiner Jahreszeit“, begegnet der Amtsleiter Frank Buchholz dem Vorwurf, dass Baustellen nicht zur Hauptreisezeit gesperrt werden sollten. Dafür anbieten würde sich höchstens der tiefe Winter – aber dann werde das Wetter hinderlich, lasse sich Asphalt unter Umständen nicht verarbeiten.
Grübeln über den Ablauf der vielen Bauarbeiten: (v.l.) Sachgebietsleiter Michael Kuhn, Projektleiter Jan Richter, Amtsleiter Frank Buchholz und Fachbereichsleiter Markus Dinkela. Bild: Axel Pries
Die aufwendige Sanierung der B72 zwischen Osteel und Georgsheil geschieht bewusst in zwei Abschnitten zwischen denen die bedürftigsten Umleitungsstrecken verbessert werden. Die sollen vor allem den Urlauber-Verkehr zwischen Emden, Aurich und Norddeich sowie die Pendler zum VW-Werk aufnehmen – und dienen auch als Ausweichstrecke, wenn im Spätsommer die L27 in Leybuchtpolder für den Bau des Bürgerradwegs abgesperrt wird. Vor allem der zweite Bauabschnitt auf den fünf Kilometern B72 zwischen Marienhafe und Georgsheil gilt als problematisch, weil dadurch praktisch der gesamte Verkehr ab der B210 gen Norden umgeleitet werden muss - sprich: zwischen Emden, Aurich und Norddeich. Das geschieht zum Teil recht großräumig.
Start ist Anfang Juni in Marienhafe
Start für das Gesamtprojekt ist laut Plan am 4. Juni mit der Vollsperrung zwischen Upgant-Schott und Marienhafe. „Nur Anlieger dürfen dann rein. Die können wir nicht daran hindern, zu ihren Häusern zu fahren“, erklärt der Sachgebietsleiter Michael Kuhn. Um die Vollsperrung auf der vielbefahrenen Verbindung durchzusetzen, werde sogar ein Sicherheitsdienst eingesetzt, denn Schilder würden allzu häufig missachtet. Der lokale Verkehr soll dann bis Ende Juni über Wirdum beziehungsweise Rechtsupweg umgeleitet werden, der großräumige nach Emden oder Aurich über Pewsum beziehungsweise Westerholt. Diese Bauarbeiten sollen bis Ende Juni dauern.
Wanderbaustelle auf der Landesstraße
Sieben Wochen sind dann vom 5. Juli für die Ertüchtigung der Umleitungsstrecken auf den Landesstraßen 3, 4 und 26 eingeplant. Deren Fahrbahnen sind vielfach wellig, haben Risse und abgebrochene Kanten. „Der Untergrund ist schlecht“, erläutert der Projektleiter Jan Richter. Auf den insgesamt 27 Kilometern Länge zwischen Upgant-Schott, Pewsum und Hinte sei dann quasi eine Wanderbaustelle unterwegs. Das Problem: Auf der 8,5 Meter breiten Fahrbahn ließen die gesetzlichen Vorgaben für Baustellen oftmals nicht zu, dass Fahrzeuge passieren dürfen. „Kleine Abschnitte muss ich sperren.“
B72 ab Georgsheil gesperrt
Rund sechs Wochen ab Anfang September sollen dann die Bauarbeiten auf der B72 zwischen Marienhafe und Georgsheil dauern. Die fünf Kilometer werden in drei Abschnitten bearbeitet, um Siedlungen auf der Strecke erreichbar zu halten. Während der Zeit soll auch der Bürgerradweg gebaut werden, weshalb die direkte Verbindung Greetsiel-Norden zeitweise gekappt ist. Die großräumige Umleitung zwischen Emden, Aurich und Norden findet dann wieder auf den bereits eingeübten Strecken statt. Mitte Oktober soll auch diese Baumaßnahme erledigt sein.
Das größte Projekt hat das Landesstraßenbauamt aber dann im Folgejahr vor: die Sanierung der B210 zwischen Emden und Aurich. Da reicht es nicht, die Asphaltoberfläche zu erneuern.
