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Keine Hilfe in Norddeich Frau fährt fast 250 Kilometer, um verletzte Möwe zu retten


Die verletzte Möwe wurde in einem Karton transportiert. 
privat

Die verletzte Möwe wurde in einem Karton transportiert.

privat

Norddeich/Rastede - Fast 250 Kilometer ist Conny Roelofs kürzlich gefahren, um eine am Flügel verletzte Möwe zu retten. Eigentlich wollte die Brookmerlanderin das Tier in der Vogelstation Norddeich abgeben, doch diese verweigerte die Aufnahme. Für Coelofs ein „Unding“, wie sie sagte: „Die haben gesagt, ich solle das Tier einfach da lassen“, hieß es. Doch für Roelofs war das keine Option: „Das Tier wäre da elendig verreckt.“

So verhält man sich richtig bei einem Wildvogelfund.

Laut Roelofs hatte sich die Möwe einen Flügel gebrochen und war ansonsten „nicht auffällig.“ Die Vogelstation in Norddeich verweigerte trotzdem die Aufnahme. Der Leiter der Station, Dr. Peter Lienau, sagte dazu auf Anfrage: „Wir dürfen derzeit keine Meeres- und Küstenvögel aufnehmen.“ Denn theoretisch könnten die Tiere mit der Vogelgrippe, die momentan grassiert, infiziert sein und den gesamten Tierbestand der Station gefährden. „Wir erleben derzeit eine massive Vogelgrippewelle, das ist eben der Status quo“, so Lienau. Er sieht seitens der Mitarbeiter der Station, die die verletzte Möwe sowohl am Telefon als auch bei einem Besuch vor Ort im Nachgang abgelehnt haben, kein Fehlverhalten. Beeinträchtigte Küsten- oder Meeresvögel sollten an Ort und Stelle verbleiben – und somit der Natur und potenziell dem Tod überlassen werden: „Das ist auch für uns total hart“, so Lienau. Aber es sei die einzige Möglichkeit, sich zu schützen. Denn auch eine am Flügel verletzte Möwe könne mit dem H5N1-Virus infiziert sein.

Rastede statt Norddeich

Roelof jedenfalls hat trotz der Absage am Telefon und dem Hinweis, das Tier vor Ort zu belassen, die Möwe eingepackt und ist mit ihr zur Vogelstation gefahren. Sie hoffte darauf, vor Ort mehr zu erfahren und das Tier in sichere Obhut übergeben zu können: „Die haben sich die Möwe nicht einmal angeguckt“, kritisierte sie. Und auch die Ringnummern, um den Lebenslauf der Tiere auszuwerten, seien nicht ausgelesen worden. Nachdem sie auch bei mehreren Tierärzten der Region eine Absage erfahren habe, wie sie sagt, habe sie sich auf den Weg nach Rastede zur Wildtierauffangstation gemacht. Dort wurde das Tier aufgenommen. Der dortige Leiter sagte dazu auf Anfrage: „Normalerweise lehne ich sowas auch ab“, so der Gründer und Stationsleiter Klaus Meyer. Aber wegen des verletzten Flügels und keiner Anzeichen für Vogelgrippe habe sich das Team dazu entschlossen, die Möwe aufzunehmen. Aber sie kam nicht zu anderen verletzten Tieren, sondern in Quarantäne. Am nächsten Tag ist die Möwe laut Meyer dann allerdings verendet im Käfig vorgefunden worden: „Das Tier war total dürr, hatte wohl tagelang nicht gefressen und getrunken“, schätzt er. Trotzdem habe er es versucht, um dem Tier zu helfen. Richtig findet er das Verhalten der Brookmerlanderin trotzdem nicht, genau wie Lienau: „Die Frau hat sich illegalerweise das Tier angeeignet und entgegen unserer Empfehlungen.“

Aike Sebastian Ruhr
Aike Sebastian Ruhr Ostfriesland-Redaktion/Norden
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