Uthwerdum - Nun ist es beschlossene Sache: Wie unsere Redaktion aus gut informierten Landtagskreisen erfuhr, hat am Mittwoch der Krankenhausplanungsausschuss in Hannover über die Förderung von insgesamt 460 Millionen Euro für den Bau der Zentralklinik in Uthwerdum entschieden. Und die Entscheidung fiel zugunsten des Projektes aus. Das heißt, dass nun rechtsverbindlich 460 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
720 Millionen Euro
Ob das reicht, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich. Denn einer Wirtschaftlichkeitsberechnung aus dem vergangenen Jahr zufolge wird schon jetzt von Gesamtkosten in Höhe von bis zu 720 Millionen Euro ausgegangen. Gefördert werden sollten eigentlich 81 Prozent der Kosten. Bei 720 Millionen Euro Gesamtkosten wären das 583 Millionen Euro. Eine Differenz von 123 Millionen – Stand jetzt – zu den 460 Millionen Euro Fördergeld. Diese zusätzlichen Kosten wären für die Träger, den Landkreis Aurich und die Stadt Emden, vermutlich nicht zu bezahlen.
Wächst Fördersumme?
Dafür gibt es allerdings auch eine gute Nachricht für die Befürworter der Zentralklinik. Denn der Landtagsabgeordnete Wiard Siebels (SPD) ist davon überzeugt, dass die Fördersumme mit den Gesamtkosten mitwächst. Das sei bei vielen anderen Großprojekten auch der Fall. Und dafür liegt laut Siebels bereits eine politische Zusage vor.
Doch der Neubau der Zentralklinik wirft schon jetzt seine Schatten voraus. Denn schon im nächsten Monat soll das Norder Krankenhaus schließen und in ein regionales Gesundheitszentrum umgewandelt werden – ganz anders als eigentlich zugesagt und versprochen. Denn als es um die Entscheidung für oder gegen den Neubau einer Zentralklinik ging, hieß es, dass die Altstandorte erst geschlossen würden, wenn die Klinik eröffnet: „Ich kann die Wut und die Enttäuschung über die Pläne in Norden verstehen“, so Siebels. Es sei richtig, dass damals ein anderes Versprechen gegeben wurde. Doch, so Siebels: „In der Sache komme ich trotzdem zu dem Schluss, dass diese Entscheidung für die Umwandlung unumgänglich ist. In der Rückschau betrachtet war es ein Fehler, dieses Versprechen zu geben.“ Nun müsse man sich „genau angucken“, was in Norden zu realisieren ist, damit die bestmögliche Gesundheitsversorgung vorgehalten werden kann.
