Abbehausen - Sie haben eine Erfolgsgeschichte geschrieben: Seit mittlerweile zehn Jahren ist die illustre Abbehauser Laienspielschar „Abbuser Spoaßmoaker“ aktiv. Seit zehn Jahren bietet sie acht bis zehn Aufführungen „zwischen den Jahren“ an. Seit zehn Jahren erlebt sie stets ein volles Haus, liefert Schenkelklopfer im Minutentakt und wird mit begeistertem Applaus belohnt.
Zum Zehnten
Ihr Geschenk zum Zehnten fällt so aus, wie es bei leidenschaftlichen Theaterspielern auch nicht anders sein darf: „Miss Sophies Awskupp“ heißt die Komödie aus der Feder von Andreas Wening. Von Helmut Schmidt wurde sie ins Plattdeutsche übertragen. Die Spoaßmoaker machen diesen Dreiakter ihrem treuen Publikum ebenso zum Geschenk wie natürlich sich selbst auch.
„Es ist überhaupt das anspruchsvollste Stück, das wir bisher spielten“, sagt Regisseur Reiner Gebauer. Es ist sehr textaufwendig. Den Schauspielern wird aber nicht nur sprachlich Extremes abverlangt. Das Stück ist äußerst temporeich, die Dialoge überschneiden sich, üppige Gestik und ausgeprägte Mimik bestimmen die Szenen.
Doch dies dürfte für niemanden zum Problem werden. „Denn bei diesem zehnten Stück im zehnten Jahr werden in erster Linie diejenigen mitspielen, die bei uns auch schon am längsten mit dabei sind – quasi alles schon alte Hasen“, erzählt Reiner Gebauer, der die Abbuser Mimen schon von Beginn an erfolgreich begleitet und angetrieben hat.
Als Akteure auf der Bühne sind Claudia Böltes, Anne Padeken, Dieter Jantzen, Hendrik Lübben, Ute Löning, Helmut von Nethen, Ralf Müller und Waltraut Frerichs im Einsatz.
Bemerkenswert ist diesmal aber nicht nur die schauspielerische Herausforderung, sondern auch das Bühnenbild – entworfen von Sabine Lindemann und realisiert von den Bühnenbauern Helmut Bergstädt und Norbert Hoffmann. Das Bühnenbild entführt in ein alt-englisches Herrenzimmer und erinnert verdammt an die gute Stube von Miss Sophie im Silvesterklassiker „Dinner for one“. Aber das soll es auch, denn die Geschichte von Helmut Schmidt nimmt darauf Bezug: Die verblühte Diva Ludmilla Stroganoff, die unter chronischem Geldmangel leidet und mehr recht als schlecht nur noch mit einer drittklassigen Operette durch die Provinz tingelt, erhält plötzlich die Nachricht, dass sie im Testament ihrer Stiefmutter Sophie bedacht ist.
Scharf auf das Erbe
Begleitet von ihrer bissigen Assistentin Gundula reist sie zum Ansitz Kübelstein ihres Vaters Admiral Schneider, um ihr Erbe anzutreten. Doch der Erblasser Ross hat eine Überraschung für sie: Miss Sophie hat in ihrem Testament noch weitere Personen bedacht.
Nach und nach treffen ein: der undurchsichtige Sohn von Mister Pommeroy, Gila, die raffgierige Pflegerin von Mister Winterbottom und der schrille Modemacher Siegfried Roy Toby.
Während der Nacht lernen die Erbanwärter gegenseitig ihre dunklen Geheimnisse kennen. Aber auch die miserabel kochende Hauswirtschafterin Marlies weiß Überraschendes zu berichten, denn Miss Sophie war alles andere als ein Engel…
Zu einem klassisch-englischen Stück gehört natürlich auch Tweed-Kleidung. „Die Beschaffung war recht schwierig. Und teuer war die Kledage auch“, verrät Reiner Gebauer.
Für die Maske sorgt Horst Rebmann und für Technik und Elektrik Norbert Hoffmann. Die Aufgabe als Topusterin übernimmt Karin Schindler. Als Inspizienten wirken Gerold Frerichs, Rolf Böltes und Hannelore Hoffmann mit.
Um den Zuschauern den Einstieg in die Geschichte zu erleichtern, werden Dieter Jantzen und Ingeborg Laverenz eine kurze Einführung geben.
