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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Nordenham

Roter Stein und seltsame Dünen

16.05.2019

Abbehausen „Das Neueste aus der Steinzeit – neue Funde von Jägern und Sammlern“ präsentierte Dr. Jana Esther Fries vom Niedersächsischen Institut für Denkmalpflege in Oldenburg im Rahmen des Klönabends des Rüstringer Heimatbundes in der Gaststätte Butjadinger Tor. Zugegeben, mit steinzeitlichen Sensationsfunden aus der Wesermarsch konnte die Archäologin nicht auf warten, dennoch war ihr Vortrag sehr informativ.

Jana Esther Fries stellte die neuesten Erkenntnisse über die Alt- bis Mittelsteinzeit in Niedersachsen vor. Zur Altsteinzeit wird der Zeitraum von vor circa 2 Millionen bis circa 9000 Jahre vor Christus gezählt, die Mittelsteinzeit dauerte von etwa 9000 vor Christus bis 5500 vor Christus.

Vor 40 000 Jahren

Im Emsland waren Hobbyarchäologen in den vergangenen Jahren auf bearbeitete Feuersteine aus der Altsteinzeit gestoßen. Sie wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit vor rund 40 000 Jahren gefertigt und von den Neandertalern verwendet. Feuersteine waren in der Alt- und Mittelsteinzeit der Werkstoff schlechthin, weil es damals noch keine Keramik, kein Bronze und Eisen gab.

Nicht unbedingt zu den ältesten, aber vielleicht zu den attraktivsten Funden gehört der rote Helgoländer Feuerstein, der unter anderem in der Nähe des Dümmer Sees bei Damme entdeckt worden war.

Diese Gesteinsart stammt zweifellos von der heutigen Hochseeinsel, die früher problemlos zu Fuß erreicht werden konnte. Denn die letzte Kaltzeit endete erst vor rund 12 000 Jahren. Bis dahin war der gesamte südliche Raum der Nordsee – das Doggerland – begehbar, berichtete die Archäologin.

Im Anschluss an diese Zeit erwärmte sich das Klima zunehmend, wusste die Archäologin zu berichten. „Das Leben wurde wirklich umgekrempelt und es siedelten sich hier neue Tier- und Pflanzenarten an, die Landschaft veränderte sich total“, erzählte die Referentin.

Auch eine Düne in Oldenburg-Eversten beschäftigt bis heute die Wissenschaftler. Hier wurden auf einer 12 000 Quadratmeter großen Fundstelle steinzeitliche Verbrennungsrückstände in kleinen Erdgruben sichtbar. Bis heute ist nicht geklärt, welchem Zweck diese etwa 400 Erdgruben dienten. Es liegt nahe, dass hier Nahrung gedörrt und geröstet wurde.

Anschaulich vermittelt

Dr. Jana Esther Fries, die den rund 60 Zuhörern den aktuellen Forschungsstand mit einer PowerPoint-Präsentation und zahlreichen Fotos und Schaubildern anschaulich vermittelte, hob anlässlich dieser beeindruckenden Funde auch die enorme Hilfe durch die Hobbyarchäologen hervor, ohne die vieles der Nachwelt verborgen bliebe, machte sie deutlich. „Die Entdeckungen kommen eigentlich fast immer von den Ehrenamtlern“, meinte sie. „Die Nachgrabungen erfolgen dann allerdings durch uns Archäologen“, erzählte sie.

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