Nordenham - Mit einem eindringlichen Appell gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Nordenham seine Gedenkfeier zum Antikriegstag verbunden. Bei der Veranstaltung auf dem Platz vor dem Friedensbaum in der Straße An der Gate legten Gewerkschaftsvertreter und der stellvertretende Bürgermeister Ulf Riegel ein Blumengesteck nieder.

Die DGB-Ortsverbandsvorsitzende Elfi Hausmann sprach die aktuellen Ausein­andersetzungen im Nahen Osten und in anderen Regionen an: „Die halbe Welt brennt und wir können nicht löschen“, sagte sie. Scharfe Kritik übte die Gewerkschafterin an der Waffenindustrie, die von den Kriegen profitieren würde, während die Menschen großes Leid ertragen müssten. Jede Art von Atom- und Massenvernichtungswaffen sei abzulehnen.

„Wir verpflichten uns zum Widerstand gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“, betonte Elfi Hausmann in ihrer Rede. Die DGB-Ortsvorsitzende sprach die Hoffnung aus, dass die neue hölzerne Gedenktafel vor dem Friedensbaum länger erhalten bleiben möge als deren Vorgängerin aus Kupfer. Wie berichtet, hatten Diebe die Kupferplatte von dem Gedenkstein entfernt und mitgehen lassen.

Vize-Bürgermeister Ulf Riegel (SPD) hob ebenfalls hervor, dass vor allem die Zivilbevölkerung unter kriegerischen Auseinandersetzungen zu leiden habe. Er bezeichnete es als ein „Gebot unserer Zeit“, Widerstand gegen Hass und Zwietracht zu leisten. Alle Bürger seien aufgerufen, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen und Toleranz gegenüber Andersdenkenden zu üben.

Die musikalische Begleitung der Gedenkveranstaltung übernahmen Margret Janssen, Lothar Schlesies und Lisa Schlesies-Janssen von der Gruppe Jasch. Sie trugen Friedenslieder vor.

Seit 1957 richtet der Deutsche Gewerkschaftsbund alljährlich am 1. September den Antikriegstag aus, um an die Schrecken des 1. und des 2. Weltkrieges zu erinnern.