Nordenham - Ungewöhnlich viel Unkraut im Straßenbegleitgrün, in Rinnsteinen und auf Gehwegen hatte vor einem Jahr Unmut und Unverständnis bei vielen Bürgern und auch bei Nordenhamer Gästen hervorgerufen. Bauhofleiter Rainer Stoffers äußerte damals gegenüber der NWZ großes Verständnis für die Beschwerden. Er versicherte: „Wir arbeiten daran, die Situation nachhaltig zu verbessern.“
Heute, ein Jahr später, bieten der Atenser Kreisel und der Kreisel beim E-Center sowie zwei Verkehrsinseln beim Störtebekerbad deutlich freundlichere Bilder. Prächtig blühende Pflanzen auf gepflegten Flächen fallen dort ins Auge.
Stauden-Vielfalt
Wie Rainer Stoffers auf Nachfrage der NWZ erläuterte, sind in diesen Beeten Stauden-Mischungen gepflanzt worden, die etwas weniger Pflege als Sommerblumen benötigen. Im Herbst werden Blumenzwiebel für einen bunten Frühling eingebracht.
Auch in der Nordenhamer Fußgängerzone sind Sommerblumen durch blühende Stauden-Vielfalt ersetzt worden. Der Bauhof hat spezielle, von einer Fachhochschule entwickelte und erprobte Stauden-Mischungen verwendet.
Die Beete werden regelmäßig von geschulten Mitarbeitern des Bauhofs gepflegt.
Anlieger Betroffen
Doch damit ist noch kein kompletter Erfolg gegen den Wildwuchs erreicht, der das Stadtbild beeinträchtigt. Auch Straßenanlieger stehen nach wie vor in der Pflicht (siehe Infokasten).
Nicht zuletzt: Der Bauhof sieht sich weiter gefordert. Rainer Stoffers will im nächsten Schritt die Intervalle der Reinigung von Straßen und Gehwegen nachhaltig verbessern. „Das A und O ist das regelmäßige Fegen der Wege und Flächen. Denn dann kommt kaum noch Unkraut hoch und Keimlinge und Saat werden im Ansatz beseitigt.“
Vorrang haben dabei für den Bauhof nach wie vor die Atenser Allee mit den beiden Kreiseln sowie exponierte Innenstadtbereiche.
In diesem Sommer mietet der Bauhof für zwei Monate zur Erprobung ein Heißluftgerät zur Wildkraut-Bekämpfung an Gehwegen und auf wassergebundenen Wegedecken.
Stadtrat streicht
Wie die NWZ bereits berichtete, hat der Stadtrat wegen der äußerst angespannten Finanzsituation der Stadt Investitionen für den Bauhof gestrichen, die im Haushaltsentwurf für 2017 vorgesehen waren. Dabei handelt es sich um eine neue Kehrmaschine (veranschlagte Kosten: 47 000 Euro), ein Heißwasser-Unkraut-Bekämpfungsgerät (54 000 Euro) und einen neuen Schlepper (94 000 Euro), der auch bei der Straßenreinigung sowie bei der Bewässerung von Beeten eingesetzt werden sollte.
Neue Meisterin
Anfang Juli wird eine neue Gartenbau-Meisterin ihre Arbeit beim städtischen Bauhof aufnehmen. Sie soll das vom Bauamt erstellte Grünflächenkataster (Stand: 2013) abgleichen mit dem Ziel, Pflegeintervalle und Bepflanzungen zu optimieren.
Das Kataster hat alle gärtnerisch zu pflegenden Flächen im Stadtgebiet erfasst – auch Beete und Parkflächen. Insgesamt sind das etwa 230 Hektar.
Der Nordenhamer Bauhof beschäftigt 48 Mitarbeiter. Davon 25 sind tätig in den Bereichen Grünflächenpflege, Straßenreinigung, Containerdienste, Beseitigung wilder Müllkippen, Baumpflege und Strauchschnitt. Sie müssen auch viele öffentliche Rasenflächen im Stadtgebiet mähen.
