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Dorferneuerung In Blexen Haus an der Kirchenstraße 8 ist jetzt Geschichte

Blexen - Der Startschuss für die Bauarbeiten zur Erneuerung des Blexer Ortskerns ist gefallen. Der Fortschritt ist nun auch für alle Blexer deutlich sichtbar: Am Dienstag wurde das Haus Kirchenstraße 8 Stück für Stück abgetragen.

Bereits seit einiger Zeit sei sichtbar, dass sich auf dem Gelände etwas tue, sagt Jörn Wieland, Geschäftsleiter bei Stührenberg Erd- und Tiefbau. Das Nordenhamer Unternehmen wurde mit den Abrissarbeiten beauftragt.

Zunächst wurden sämtliche Schadstoffe entfernt, erzählt Jörn Wieland. Das seien bei diesem Gebäude vor allem teerhaltige Dachpappe sowie Styropor und Mineralwolle gewesen, die selbstverständlich ordnungsgemäß entsorgt worden seien. In dieser Woche stünden nun die reinen Abrissarbeiten an.

Voll im Zeitplan

„Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan“, sagt Jörg Hullmann, dessen Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt Nordenham die Planung, Ausschreibung und Bauleitung für das Projekt übernommen hat.

Der Zeitfaktor ist bei der Blexer Dorferneuerung ein entscheidender. Den beteiligten Unternehmen ist ein straffer Zeitplan vorgegeben, damit die Stadt Nordenham für die Umsetzung des Projektes wie geplant auf die Fördergelder des Landes zurückgreifen kann.

Bis Ende Oktober dieses Jahres müssen die Arbeiten in der Blexer Dorfmitte abgeschlossen sein. Die geprüfte Schlussrechnung muss bis zum Jahresende vorgelegt werden.

Für den Abriss wurde ein sogenannter Longfront-Bagger eingesetzt, der speziell auf Abbrucharbeiten ausgelegt ist. Im Anschluss wird der Schutt mit einem Bagger zusammengeräumt und schließlich zu einer Recycling-Firma abtransportiert, denn Bauschutt kann beispielsweise im Straßenbau als Untergrundmaterial genutzt werden.

Blick in Vergangenheit

Am Dienstagmorgen stattete auch Seniorchef Wilhelm Stührenberg der Baustelle einen Besuch ab. Er wurde 1931 in dem Haus an der Kirchenstraße 8 geboren. Etwa acht Jahre habe seine Familie in dem Haus gewohnt, bevor sie in die Heiligenwiehmstraße umzog, erinnert er sich. Eine Zeit lang habe auch der Blexer Bürgermeister, den es damals noch gab, in dem Gebäude gewohnt, erzählt Wilhelm Stührenberg.

Eigentlich habe der Seniorchef schon damals die Abrissarbeiten eingeläutet, scherzt Jörn Wieland. Das hängt mit einer Geschichte aus Wilhelm Stührenbergs Kindheit zusammen. „Als ich ein Kind war, habe ich mal einen Hammer geschenkt bekommen. Den wollte ich natürlich gleich ausprobieren“, erzählt Wilhelm Stührenberg. Sehr zum Unmut seiner Eltern probierte er das neue Werkzeug allerdings ausgerechnet an der Scheibe eines Schaufensters des Hauses aus.

Damals hatte das Haus die Hammerschläge noch überstanden, doch den Baggern hatte das Gebäude an der Kirchenstraße 8 am Dienstag nun nichts mehr entgegenzusetzen. Traurig sei er über den Abriss nicht, sagt Wilhelm Stührenberg. „Weil jetzt etwas Besseres kommt“, betont er. Es müsse schließlich Platz geschaffen werden, damit die Blexer eine neue Dorfmitte bekomme. Am Dienstag schoss er noch einige Erinnerungsfotos, die nun ihren Platz im Familienalbum bekommen werden.

Im Zuge der Neugestaltung des Blexer Dorfplatzes sind in dem Bereich an der Kirchenstraße 8 Stellflächen für Autos vorgesehen.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
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