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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Nordenham

Die erste Runde geht an Kurt Diekmann

22.03.2007

NORDENHAM Alle SPD-Ortsvereine aus Nordenham und Butjadingen waren eingeladen. Es erschienen aber nur rund 50 Interessierte.

von norbert hartfil NORDENHAM - Wer bei der Kandidatenkür flammende Reden und einen leidenschaftlichen Meinungsaustausch erwartet hatte, war bei der Vorstellungsrunde der Wesermarsch-SPD fehl am Platze. Im nur halb gefüllten „Weserstrand“-Saal boten die Bewerber um die Landtagskandidatur am Mittwochabend ein sachlich-faires, aber auch spannungsarmes Schaulaufen. Unrühmlicher Höhepunkt war ein von Seref Yildirim inszenierter Eklat. Aus Verärgerung zog er seine Bewerbung zurück (siehe gesonderten Bericht).

Als Gewinner des Abends durfte sich Kurt Diekmann fühlen. Er erhielt bei einer Abstimmung, mit der die Parteimitglieder ein unverbindliches Meinungsbild zum ersten öffentlichen Auftritt der Kandidatengruppe zeichneten, den meisten Zuspruch. Von 47 abgegebenen Stimmen entfielen 21 auf ihn. Die folgenden Plätze belegten Bernd Bremermann (11), Uta Elb (9), Dr. Ali Baltaji (4) und Edgar Di Benedetto (2).

In alphabetischer Reihenfolge bekam jeder Anwärter die Möglichkeit, sich in einem zwölfminütigen Vortrag zu präsentieren. Schwerpunktthemen in allen sechs Beiträgen waren die Bereiche Arbeit, Wirtschaft und Soziales.

Der Braker Dr. Ali Baltaji (50) übte scharfe Kritik an der Sozialpolitik der CDU-/FDP-Landesregierung, die seiner Meinung nach „sozialpolitischen Selbstmord betreibt“. Um wieder erfolgreich zu sein, müsse sich die SPD zu ihrer sozialdemokratischen Gesinnung bekennen und sich vom „kaltschnäutzigen Managertum“ abwenden. Der Wirtschaftswissenschaftler stellte in Aussicht, im Falle seiner Wahl bei kapitalkräftigen Investoren aus dem arabischen Raum für Projekte in der Wesermarsch zu werben.

Edgar Di Benedetto (48) aus Moorriem hob seine gewerkschaftspolitischen Kenntnisse hervor. Als wichtigste Aufgabe nannte er die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Der Omnipac-Mitarbeiter will sich dafür einsetzen, dass es in Niedersachsen „wieder sozialer und gerechter zugeht“. Zudem sprach er sich dafür aus, mehr Polizisten einzustellen und die Präventionsarbeit unter anderem durch zusätzliche Nachmittagsangebote in den Schulen zu verstärken.

Die Jugend- und Sozialpolitik hat auch für den Berner Bürgermeister Bernd Bremermann (56) einen hohen Stellenwert. Seiner Meinung nach zeigt der Landkreis Wesermarsch zu wenig Präsenz an den sozialen Brennpunkten, weil es an Unterstützung durch das Land Niedersachsen mangelt. Zu den größten Fehlern der CDU/FDP-Regierung in Hannover zählte er die Polizeirefom und die Abschaffung der Bezirksregierungen. Die versprochene Stärkung des ländlichen Raums habe nicht stattgefunden. Bremermann möchte „Politik für die Gemeinden machen“. In der Wirtschaftspolitik hält er eine Profilierung der Wesermarsch als Logistikstandort für einen erfolgversprechenden Ansatz.

Für den Journalisten und Medienberater Kurt Diekmann (60) sind Wirtschaft, Arbeit, Küstenschutz und Tourismus die wichtigsten politischen Handlungsfelder in der Wesermarsch. Der gebürtige Nordenhamer, der seit einigen Jahren in Wesel lebt und jetzt in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist, bezeichnete den CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler als einen „selbstbewussten und gut ausgestatteten Schattenboxer“. Grundlage für einen Erfolg der SPD bei der Landtagswahl sei ein Zusammenhalt aller Ortsvereine von Blexen bis Lemwerder. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Partei wieder zu „alter Kampfbereitschaft“ zurückfindet. Die Polizeireform bezeichnete er als „Mogelpackung“ und die dabei erfolgte Zusammenlegung der Inspektionen Wesermarsch und Cuxhaven als einen „Treppenwitz“.

Neben der Wirtschaft will sich die Diplom-Kauffrau Uta Elb (36) besonders für soziale Themen einsetzen. Die Phiesewarderin ist der Auffassung, dass die Sozialpolitik bislang in der Wesermarsch „stiefmütterlich behandelt“ wurde. Als ihre Pluspunkte im Kandidatenrennen führte sie ihre parlamentarischen Erfahrungen als Mitglied des Nordenhamer Stadtrates und des Kreistages an. Eine erfolgreiche Politik setzt ihrer Meinung nach voraus, dass das Kirchturmdenken abgelegt wird. Als Landtagsabegordnete wolle sie stets „beide Ohren an der Basis“ haben. Sie sicherte den Beschäftigten von Airbus und Wal-Mart ihre Unterstützung im Arbeitskampf zu. Auch für den Erhalt der Häfen in Fedderwardersiel müsse gekämpft werden: „Wir dürfen Butjadingen nicht im Schlick versinken lassen.“

Aus Verärgerung die Bewerbung zurückgezogen

Zu einem Eklat kam es, als Seref Yildirim (35) bei der Kandidatenvorstellung an der Reihe war. Der Nordenhamer forderte, dass ein Zuhörer, von dem er sich im Vorfeld ungerecht behandelt gefühlt hatte, den Saal verlässt. Diese Forderung wies Versammlungsleiter Dieter Liedtke jedoch zurück. Daraufhin erklärte Seref Yildirim verärgert den Rücktritt von seiner Bewerbung. Seinen Entschluss begründete der gelernte Bankkaufmann damit, dass es bei der Kandidatenkür an Chancengleichheit und Fairness mangele.

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