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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Nordenham

Ein königlicher Auftritt beim Stadtfest

19.08.2006

NORDENHAM „König Georg“ thronte mit Krone und Fliegenklatsche auf dem Umzugswagen. Platz eins belegte der Bauhof.

von norbert hartfil NORDENHAM - Majestätisch ging es gestern Abend bei der Eröffnung des 18. Nordenhamer Stadtfestes zu. Die Satire-Spezies der Gruppe „Klauns & Hälden“ hatten bei dem Festumzug einen großen Aufritt als Hofstaat von „König Georg“. Ganz oben auf ihrem Wagen thronte mit Krone, Umhang und Fliegenklatsche ein Regent, der unverkennbar Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder darstellen sollte. Im Gefolge des Königs marschierten angekettete Bauhof-Mitarbeiter und Anzugträger, die als „Investor“, „Raffgeier“ und „Suddel Kiefken“ fleißig Aufkleber an das Volk verteilten. „Wir sind König“, stand da drauf zu lesen, untermalt mit dem gekrönten Konterfei von „Rex Langlütjenis in spe“.

Der Bürgermeister musste zum Stadtfestauftakt einiges wegstecken. Denn auch die „Freunde zur Pflege des offenen Wortes“ nahmen ihn unter Beschuss. Dabei handelte es sich um Bauhof-Bedienstete, die Maulkörbe trugen und einen großen Sarg hinter sich her zogen. „Wir tragen den Bauhof zu Grabe“, lautete die Inschrift, „er starb an Rufmord.“

Die bittere Bauhof-Satire kam bei der Jury, die unter den insgesamt 27 Umzugsgruppen die drei originellsten auswählen musste, am besten an. Mit Platz zwei würdigte das Bewertungstrio aus Dr. Georg Schenker, Dettmar Neels und Ingo Ehmann die „König Georg“-Inszenierung. Den dritten Rang belegte ein sportlicher Beitrag der Wesermarsch-Klinik: Acht Männer in OP-Kluft rollten mit einem riesigen Rhönrad über die Straßen. „Alles läuft rund“, lautet das Motto, das hoffentlich auch für die Zukunft des Krankenhauses gilt. Die prämierten Gruppen bekamen Einkaufsgutscheine von Ilona Tetzlaff, der Geschäftsführerin des Vereins Nordenham Marketing & Touristik (NMT), überreicht. NMT hatte den Stadtfestumzug organisiert.

Völlig unerwartet kamen Carolin Kramer und Georg Vorwerk zu einem spektakulären Stadtfest-Auftritt. Freunde hatten für das Paar, das in der nächsten Woche heiraten will, heimlich einen Junggesellenabschied der besonderen Art vorbereitet. In improvisierter Hochzeitsausstattung mussten die beiden auf einem Umzugswagen Platz nehmen und fleißig Bonbons verteilen.

Bei dem Umzug wurde auch ein großes Geheimnis gelüftet: Die Wischer Witzbolde enthüllten, dass sie den April-Scherz auf dem Wesertor-Gelände ausgeheckt und dort das Schild zur Ikea-Ansiedlung aufgestellt hatten.

Gespannt warteten die Besucher darauf, wie Bürgermeister Raffetseder auf die ironischen Sticheleien reagieren würde. Er gab sich gelassen und klatschte fleißig mit, als „König Georg“ unter den Rufen „Es lebe der König“ auf die Marktplatz-Bühne gebeten wurde. Auch die laut bejubelte Prämierung der Bauhof-Gruppe bedachte er mit Beifall. „Der Bauhof ist ja gar nicht tot“, kommentierte Raffetseder die Sarg-Nummer, „die Leute sind so lebendig und stark, dass sie sogar einen Wagen ziehen können.“ Diese Bemerkung quittierten einige Zuschauer allerdings mit Pfiffen. Und auch sein Versuch, ausgerechnet zur Stadtfest-Eröffnung einen Appell an die SPD zum politischen Miteinander loszuwerden, kam nicht wirklich gut an. Applaus erntete der Bürgermeister jedoch, als er mit zielsicheren Hammerschlägen ein Fass Freibier anstach.

Weitere Redner bei der offiziellen Party-Eröffnung waren der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel sowie die Stadtfest-Organisatoren Uwe Lenz und Udo Venema. Alle freuten sich, dass pünktlich zum Start des Festumzugs der Regen ein Ende gefunden hatte.

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