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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Nordenham

Ex-Nordenhamer brutzelt am Brennpunkt

21.05.2014

Nordenham Olaf Deharde hat schon an den abenteuerlichsten Orten gekocht. Aber unter einer Brücke in Sizilien gemeinsam mit illegalen Flüchtlingen aus Afghanistan – das war auch für ihn etwas Besonderes. Der ehemalige Nordenhamer und sein Kollege Koral Elci sind die Hauptdarsteller einer TV-Dokumentation, die Politik, soziale Probleme und Kulinarisches miteinander verbindet. Ein ungewöhnliches Rezept für ein neues Fernsehformat. Und gerade deshalb bei Olaf Deharde und Koral Elci wohl in den besten Händen.

Olaf Deharde ist in Nordenham aufgewachsen. Er besuchte die Zinzendorfschule in Tossens, bevor er sein Fachabi in Bremerhaven machte und anschließend seinen Zivildienst in Hamburg leistete. Was das Kochen betrifft, ist er ein lupenreiner Autodidakt. „Irgendwann schmeckten mir die Dosen-Ravioli nicht mehr. So bin ich zum Kochen gekommen“, erzählt der 36-Jährige. Mit seinem Freund Koral Elci gründete er das Unternehmen Kitchen Guerilla. Dabei handelt es sich um ein „Restaurant ohne Restaurant“. Die beiden entern Restaurantküchen, setzen die Speisekarten außer Kraft und kochen für die Gäste ein Überraschungsmenü. Mit dieser Geschäftsidee haben sie die Gastronomie-Szene ordentlich aufgemischt. Und sie sind erfolgreich. Mittlerweile gibt es weitere Guerilla-Teams in Hamburg, Berlin und Istanbul.

Die Kitchen Guerillas gehen darüber hinaus immer wieder gerne auf kulinarische Entdeckungstouren – am liebsten in fremden Ländern jenseits touristischer Reiserouten. Sie waren unter anderem in Syrien und im Libanon.

Neue Doku-Reihe im ZDF

Die neue Doku-Reihe des ZDF mit dem Titel „Brutzeln am Brennpunkt“ führte sie nach Ungarn und nach Italien. Ganz bewusst begeben sich die beiden Köche in Konfliktregionen. Ausgehend vom Thema Essen wollen sie Einblicke in den Alltag der Menschen geben. In Ungarn griffen sie die Diskriminierung der Roma auf. „Sie machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus und haben zunehmend unter den rechten Kräften im Land zu leiden“, sagt Olaf Deharde. „In Ungarn wird dieser Rassismus offen gelebt.“

Die Kitchen Guerillas sprechen mit den Menschen aus verschiedenen Lagern. „Wir wollen sie zusammenbringen, zusammen kochen und zusammen essen“, sagt Olaf Deharde. In Ungarn hat das geklappt, auch wenn die Reise in kulinarischer Hinsicht – „meistens gab’s Paprika, Nudeln und Hühnchen“ – keine Offenbarung gewesen sei.

Stationen der Italien-Reise waren Sizilien und die Insel Lampedusa. Olaf Deharde unterhielt sich unter anderem mit einem Fischer, der an der Rettungsaktion am 3. Oktober vergangenen Jahres beteiligt war, als ein Boot mit 500 Flüchtlingen im Meer versank. Nur 130 von ihnen konnten gerettet werden.

Mit Herz und Humor

Die Guerillas unterhielten sich mit zwei jungen Männern aus dem Senegal, die bei ihrer zweijährigen Flucht „den blanken Horror“ erlebt haben. Sie sprachen Christen auf Sizilien, die illegalen Flüchtlingen helfen. Mit Humor und mit offenem Herzen – so gehen die beiden Guerillas auf die Menschen zu. Und das, was sie alle verbindet, ist das Essen und das Kochen.

Zwei Folgen hat die Produktionsfirma Nordend mit den beiden Köchen für das ZDF gedreht. Wenn es nach ihnen geht, könnten es noch mehr werden. Ob die Guerillas noch an weiteren Brennpunkten brutzeln, hängt nicht zuletzt von den Einschaltquoten ab.

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Jens Milde
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2205

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