Nordenham - Die Grünen wollen verhindern, dass in Nordenham weitere Spielhallen entstehen. Die Stadtratsfraktion spricht sich dafür aus, dass die Stadtverwaltung alle rechtlichen Handlungsansätze überprüft, mit denen die Ansiedlung zusätzlicher Spielhallen unterbunden werden kann. Nach Möglichkeit sollte die Stadt eine Satzung erlassen, um Einschränkungen vornehmen zu können. Einen entsprechenden Antrag wollen die Grünen in der nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 26. März, stellen.
Grund für die Forderung: Der Stadt Nordenham liegen zwei Anfragen von Investoren für Spielhallen vor.
Zuletzt waren sich Verwaltung und Stadtrat einig, dass die Zahl der Spielhallen in Nordenham so gering wie möglich gehalten werden soll. Das Problem: Die rechtlichen Instrumente zum Gegensteuern sind begrenzt.
In einer Versammlung des Grünen-Ortsverbandes Nordenham regte die Ratsfrau Heide Hildebrand an, mit einer Spielstättensatzung gegenzusteuern, in der Abstandsregelungen zu Schulen und Jugendeinrichtungen festgeschrieben werden.
Noch ist die Zahl der Spielhallen in Nordenham vergleichsweise gering. Doch die Grünen fürchten, dass sich der landesweite Trend auf Nordenham niederschlagen könnte. „Aufgrund eines sehr liberalen Landesgesetzes hat sich die Zahl der Geldspielgeräte in Spielhallen drastisch erhöht“, sagt Heide Hildebrand. Nach ihren Angaben ist die Zahl der Geldspielgeräte in Niedersachsen von 12489 im Jahr 2008 auf 17299 im Jahr 2012 angewachsen – eine Steigerung um 27,8 Prozent.
Als negative Folgen des Glückspiels sehen Experten neben finanziellen Problemen soziale Vereinsamung, familiäre Probleme und eine steigende Bereitschaft zu Straftaten, die der Geldbeschaffung dienen.
