Nordenham - Um 20.15 Uhr konnte Frank Goldau tief durchatmen. Zu dem Zeitpunkt waren alle Stimmen der Bundestags- und der Landratswahl in Nordenham ausgezählt. „Alles ist glatt gelaufen“, freute sich der Wahl-Koordinator und stellvertretende Ordnungsamtsleiter, „wir sind schneller fertig, als ich gedacht hatte.“ Ein dickes Lob richtete er an die vielen Helfer in den Wahlvorständen der 21 Stimmlokale. Im Ratssaal versammelten sich unterdessen Parteienvertreter, um auf einer Großleinwand die ständig aktualisierten Auszählungsergebnisse zu verfolgen.

Bei der Bundestagswahl behauptete die SPD, die 2009 einen bösen Rückschlag hinnehmen musste, in Nordenham ihre Position als Nummer eins und erhöhte ihren Stimmenanteil um 6,59 Punkte auf 43,24 Prozent. So richtig freuen mochte sich Manfred Brunßen, SPD-Vormann im Stadtrat, allerdings nicht. „Auf Bundesebene haben wir unsere Ziele verfehlt“, zeigte er sich enttäuscht.

Deutlich zulegen konnten auch die Christdemokraten, die sich um 5,65 Punkte auf 34,61 Prozent verbesserten. Entsprechend gut gelaunt gaben sich die CDU-Anhänger, die sich besonders über den Wahlsieg auf Bundesebene freuten: „Das ist ein Jubelergebnis“, sagte Vize-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Tilman Kaethner.

Ganz düster hingegen waren die Mienen bei den Freidemokraten. Manfred Wolf, Chef der FDP-Fraktion im Stadtrat, sprach unverhohlen von einer „Katastrophe“. Die Liberalen stürzten in Nordenham von 11,34 auf 3,82 Prozent ab.

Bei den Grünen zeigt die Kurve ebenfalls nach unten: Sie verloren in Nordenham 2,16 Punkte und mussten sich mit einem Anteil von 5,84 Prozent begnügen.

Die Linken konnten ihren Erfolg von 2009, als sie in Nordenham auf 10,67 Prozent gekommen waren, nicht wiederholen. Die Linkspartei büßte 5,47 Punkte ein und sackte auf 5,20 Prozent ab.

Die erstmals angetretene Alternative für Deutschland (AfD) wurde von 454 Nordenhamern gewählt und erreichte auf Anhieb 3,6 Prozent. Eine Randerscheinung blieben die Piraten, die sich von 1,63 auf 1,26 Prozent verschlechterten. Auch die NPD hatte in der Unterweserstadt wenig zu melden. Sie erhielt 121 Stimmen kam damit auf 0,98 Prozent (-0,02).

Bei den Erststimmen für die Direktkandidaten des Wahlkreises Delmenhorst/Wesermarsch/Oldenburg-Land, lag Susanne Mittag (SPD) mit 47,42 Prozent in Nordenham klar vor ihrer CDU-Konkurrentin Astrid Grotelüschen (34,99 Prozent). Abgeschlagen folgen Thomas Bartsch von den Linken (4,80 %), Dragos Pancescu von den Grünen (4,47 %), Christian Pothin von der AfD (3,13 %) und Angelika Brunkhorst von der FDP (2,19 %).

Die Wahlbeteiligung bei der Abstimmung über den Bundestag ist um 4,62 Punkte auf 61,99 Prozent gesunken. 12 836 der 20 705 wahlberechtigten Nordenhamer gaben diesmal ihre Stimme ab.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)