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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Nordenham

Kleine Deckel gegen eine große Gefahr

24.10.2015

Nordenham Wenn Rotarier blaue Oscar-Tonnen bekleben und Holzplatten zusammenschrauben, um stabile Kisten anzufertigen, dann kann das nur für einen guten Zweck sein. Genauso ist es: Die in Eigenarbeit hergestellten Sammelbehälter sind für eine besondere Benefizaktion des Serviceclubs gedacht. Sie steht unter dem Motto „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“. Der Rotary Club Nordenham möchte damit einen Beitrag zur Ausrottung der gefährlichen Krankheit leisten, deren medizinischer Fachbegriff Poliomyelitis (kurz: Polio) lautet.

Der Nordenhamer Rotary-Präsident Alfons Kordecki und sein Vorgänger Dr. Werner Wodrich konnten die Club-Mitglieder auf Anhieb für das Deckel-Projekt begeistern. Jetzt hoffen sie, dass die Begeisterung in der Bevölkerung ähnlich groß ist. Denn der Erfolg der Aktion hängt davon ab, wie viele Menschen mitmachen.

Viele Sammelstellen

Deckel gegen Polio: Mit dem Verkaufserlös von 500 Kunststoffverschlüssen lässt sich eine Impfung bezahlen.

Welt-Poliotag

Der 28. Oktober ist der Welt-Polio-Tag. Er wurde zu Ehren des Geburtstages von Jonas E. Salk eingeführt. Der US-Virologe hatte 1955 die Ergebnisse seiner Forschungen veröffentlicht. Die Welt bekam endlich einen Impfstoff gegen die tückische Krankheit Poliomyelitis, die auch als Kinderlähmung bekannt ist.

Dank der Schluckimpfung, die 1962 in Deutschland eingeführt wurde, gab es hier 1992 die letzten Poliofälle. Seit 2002 gilt Europa als poliofrei.

Rotary International hat 1985 die weltweite Kampagne Polioplus zur Ausrottung der Kinderlähmung gestartet. Damals gab es in 125 Ländern noch jährlich 350 000 neue Infektionen. Heute ist die Zahl der Neuinfektionen auf unter 500 im Jahr gesunken. Nur noch drei Länder gelten als bedroht: Afghanistan, Pakistan und Nigeria.

Der Rotary Club hat in der nördlichen Wesermarsch in Kindergärten und Grundschulen sowie in Einkaufs- und Getränkemärkten die Sammelbehälter aufgestellt. „Überall sind wir auf große Zustimmung gestoßen“, freut sich Werner Wodrich über die Unterstützung. Im nächsten Schritt geht es darum, die Boxen gefüllt zu bekommen und möglichst viele Kunststoffverschlüsse zu sammeln.

Die Rechnung ist einfach: Für etwa 500 Verschlüsse aus Polyethylen erhalten die Rotarier beim Verkauf an ein Recyclingunternehmen einen Erlös, der für die Finanzierung einer Impfdosis gegen Kinderlähmung reicht. Somit kann jeder Bürger die Aktion unterstützen, indem er die Plastikverschlüsse von Flaschen oder Tetra-Packungen nicht wegwirft oder auf den Getränkebehältern lässt, sondern sie in die Rotary-Sammelboxen steckt. In den beteiligten Kindergärten, Schulen und Läden liegen auch Informationsblätter aus.

Wichtig ist, dass ausschließlich Polyethylen-Deckel und keine Kronkorken oder Schraubverschlüsse aus Metall abgegeben werden.

Es ist egal, ob die Deckel von Ein- oder Mehrwegflaschen stammen. Bei Pfandbehältern spielt es nämlich keine Rolle, ob sie mit oder ohne Verschluss in die Rückgabe kommen. Dafür ist das Pfandzeichen auf dem Flaschenkörper entscheidend.

„Jeder Deckel zählt und hilft, Leben zu retten“, betont Club-Präsident Alfons Kordecki. Einen kleinen Grundstock an Plastikverschlüssen haben die Nordenhamer Rotarier schon zusammen. Das Material stammt unter anderem aus einem Hospiz im litauischen Kaunas und aus einer Schule in Frankfurt. Zu diesen Einrichtungen hat Alfons Kordecki private Verbindungen.

Wie lange die jetzt gestartete Sammelaktion läuft, steht noch nicht fest. „Zumindest bis zum Frühjahr, dann sehen wir weiter“, sagt Werner Wodrich, der bei dem Deckel-Projekt die Federführung hat.

Neuerkrankungen und eine akute Bedrohung durch Polio-Viren gibt es zwar nur noch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria, aber aufgrund der Kriege in Syrien und in der Ukraine hat sich die Impfrate verringert. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Polio-Gefahr wieder zunimmt. „Man muss immer dran bleiben“, weiß Werner Wodrich.

Unheilbare Krankheit

Kinderlähmung ist eine unheilbare Infektionskrankheit, die die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks befallen und zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann. Überwiegend sind Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren betroffen. ->

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