NORDENHAM - Auch in der Stunde seines in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten Sieges blieb Hans Francksen besonnen. Er bedankte sich bei den anderen Kandidaten für den „sehr fairen Wahlkampf“ und zollte seiner Hauptkonkurrentin Dr. Claudia Nolte-Schwarting großen Respekt für ihr Engagement. Gerade hatte der 55-Jährige erfahren, dass er mit einem klaren Vorsprung zum neuen Bürgermeister der Stadt Nordenham gewählt worden ist. Hans Francksen erhielt 59,18 % der Stimmen und war damit eindeutiger Gewinner vor Dr. Claudia Nolte-Schwarting, die bei seiner Ankunft im Ratssaal zu den ersten Gratulanten gehörte.

Ohne Chance waren die Außenseiterkandidaten Dieter Böschen-Krause (3,37 %), Peter Kania (3,28 %) und Frank-Rüdiger Halt (1,68 %), die gemeinsam nur auf 8,33 % kamen. Ihr schwaches Abschneiden trug auch dazu bei, dass es nicht zu der von vielen erwarteten Stichwahl kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,9 Prozent und war damit etwas höher als vor fünf Jahren (59,9 %).

Hans Francksen hatte ebenfalls einen zweiten Wahlgang erwartet. Umso erfreuter zeigte er sich über das „überwältigende“ Ergebnis. „Es ist eine sehr schöne Aufgabe“, sagte der neue Bürgermeister, „auf diese Weise für meine Heimatstadt tätig sein zu dürfen.“ Dass sich die Wähler für ihn entschieden haben, führt er in erster Linie auf seine Tätigkeit bei der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft zurück: „Da habe ich gezeigt, dass ich mit Projekten und dem großen Geld umgehen kann.“

Claudia Nolte-Schwarting (54) machte kein Geheimnis daraus, dass sie sich ein besseres Ergebnis erhofft hatte. Aufgrund der „unglaublich positiven Rückmeldungen“ hatte sie schon mit einer Stichwahl gegen Hans Francksen gerechnet. Als größten Vorteil ihres Konkurrenten nannte sie dessen Unterstützung durch die Parteien. Besonders die SPD, in der Hans Francksen „ganz fest verwurzelt“ sei, habe ihn zum Sieg getragen. Jetzt müsse sich zeigen, wie sich die Zusammenarbeit mit ihm im Stadtrat entwickelt.

In Anbetracht der Tatsache, dass sie selbst keinerlei Unterstützung aus der Parteienlandschaft erfahren habe, sei das Ergebnis von 32,47 Prozent in Ordnung. Aber natürlich habe sie sich mehr erhofft: „Man tritt ja an“, sagte Claudia Nolte-Schwarting, „um zu gewinnen.“ Ein anderweitiges Engagement in der Politik ist für die Amtsgerichtsdirektorin zurzeit kein Thema.

Für Peter Kania (47) stellen die 3,28 % eine Enttäuschung dar. Er hatte nach eigenem Bekunden zwar nicht erwartet, die Wahl zu gewinnen, aber ein „Ergebnis über 10 Prozent“ für machbar gehalten. Der Architekt, der bei der Stadt Nordenham den Fachdienst für Stadtplanung leitet, hält seinen vergleichsweisen geringen Bekanntheitsgrad für die Hauptursache seiner Niederlage. „Ich habe wesentlich zu spät mit dem Wahlkampf begonnen“, sagte er, „da hatten die anderen schon drei Monate Vorsprung.“