NORDENHAM - Dr. Claudia Nolte-Schwarting, die einzige Kandidatin um das Bürgermeisteramt, hat Boden gut gemacht. Sie überflügelte Hans Francksen in der Gunst vieler Zuhörer nach einem dreistündigen Diskussionsmarathon in der Jahnhalle.
Die promovierte Juristin erwies sich als schlagfertig, was das Publikum oft mit Beifall honorierte. Hans Francksen, mit den Themen vertraut, vermittelte sein profundes Fachwissen sachlich und konzentriert. Die beiden Kandidaten gelten als aussichtsreichste Bewerber auf das Amt des Bürgermeisters.
Bei der von der Nordwest-Zeitung und der Kreiszeitung Wesermarsch veranstalteten Diskussionsrunde in der Jahnhalle am Montag, bei sich die fünf Bewerber um das Amt des Bürgermeisters vorstellten, hatte zuerst Claudia Nolte-Schwarting das Wort. Damit habe sie gerechnet, sagte sie, um gleich anzumerken, dass die Höflichkeit Frauen gegenüber nicht immer der angenehmste Teil sei. Sie gab sich von Beginn an kämpferisch. „Wenn sonst keiner ran will, krempeln wir Frauen die Ärmel auf.“
Unter der Moderation von Norbert Hartfil, Leiter der NWZ -Lokalredaktion Nordenham, und Christoph Heilscher, Redaktionsleiter der Kreiszeitung Wesermarsch, entwickelte sich eine stets sachlich geführte und faire Gesprächsrunde, bei der auch Peter Kania, Frank-Rüdiger Halt und Dieter Böschen-Krause ihre Standpunkte vermittelten.
Alle fünf Bewerber beantworteten Fragen zu den Themen Kohlekraftwerk, Bahnhofsgebäude, Einzelhandel, Belebung der Innenstadt, Weserstrand sowie der Führungsstil als Bürgermeister (siehe Einzelberichte zu den Kandidaten). Während die Kandidaten den geplanten Bau eines Kohlekraftwerks in Blexen unterschiedlich beurteilten, herrschte Einigkeit über den Fortbestand des Hallenbads Nord. Einig waren sich die Bewerber auch darin, dass die Innenstadt belebt werden muss. Nur über das Wie gab es unterschiedliche Auffassungen. Hinsichtlich der Großbetriebe forderte allein Frank-Rüdiger Halt ein wirtschaftspolitisches Umsteuern und ein Abwenden von der immissionsbelastenden Industrie. Nordenham müsse attraktiver werden und das Image als Hafen- und Industriestadt abwerfen, sagte der Physiker und Lehrer.
