NORDENHAM - Brakes Bürgermeister Roland Schiefke belebte die Kandidatenrunde mit einer süffisanten Frage. Wie sich die Stadt Nordenham nach ihrer achtjährigen Amtszeit als Bürgermeister darstelle, wollte er von jedem Bewerber wissen. Die Visionen waren verblüffend.

Er wolle dazu beitragen, dass die Menschen wieder mehr miteinander sprechen, führte Dieter Böschen-Krause aus. Nordenham sollte wieder gemütlich werden. Nordenham als ein liebenswerter Ort schwebt Peter Kania vor. Viele neue Industriearbeitsplätze seien entstanden. Auch Frank-Rüdiger Halt sieht viele mittelständische Betriebe mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen entstehen. Und ein Freibad mit einer Wasserski-Anlage.

Dr. Claudia Nolte-Schwarting griff das Thema Airbus auf: Eine der modernsten Fertigungslinien und 200 neue Arbeitsplätze ist ihre Vision. Bis 2016 hätte die Gleichstellungsbeauftragte so gut gearbeitet, dass der Posten abgeschafft werden könnte.

Dass die Innenstadt bis dahin auf ein kleines, aber feines Maß geschrumpft sei, gab Hans Francksen zur Antwort. Alle Stadtteile würden als intakte Ortsteile bestehen. Nordenham habe sich zu einem ausgeprägten Technologie-Standort entwickelt.

Nach Konzepten für die Arbeit im Rathaus und wie die Bürger wieder Vertrauen fassen können, fragte Wilhelm Holub. Für Frank-Rüdiger Halt ist ein Bürgerforum das ideale Instrument, heikle Fragen offen zu diskutieren. Auch Peter Kania ist überzeugt, dass eine Imageverbesserung nur durch mehr Offenheit zu erreichen ist. Die Bürger müssten an Projekten beteiligt werden, das sei sein Ziel. Hans Francksen plädiert ebenfalls dafür, die Bürger stärker als bisher einzubinden. Er erinnerte an die Arbeit der Agenda-Gruppen und daran, dass viele Konzepte in den Schubladen verschwunden seien. Die Bürger zu beteiligen sei nicht so schlecht, es funktioniere, betonte Claudia Nolte-Schwarting. Sie erinnerte an die Bürgerinitiative für das Außenschwimmbecken.

Und die A 22? Die Autobahn sei eines der wichtigsten Projekte, sagte Peter Kania. Ohne sie werde Nordenham keine Zukunft haben. Dieter Böschen-Krause: „Die A 22 ist ein Muss.“ Ein zaghaftes Ja für die Trasse ließ sich Frank-Rüdiger Halt entlocken, obwohl „viele sinnlose Dinge durch die Welt gekarrt werden“. Laut Claudia Nolte-Schwarting dürfe sich Nordenham nicht von der Entwicklung abhängen lassen. Auch für Hans Francksen ist die A 22 „absolut notwendig“. Die Küstennähe gewinne wieder an Bedeutung.

Das Thema Bildung steht bei Hans Francksen an erster Stelle. Jungen Menschen müssten Perspektiven geboten werden. Das beginne bereits in den Kindergärten, die unter stützt werden müssten. Die Arbeit für Kinder und Jugendliche genießt auch bei Claudia Nolte-Schwarting und Frank-Rüdiger Halt Priorität. Der Rotstift dürfe nicht bei THW, DRK, Feuerwehr und den Vereinen angesetzt werden, so Dieter Böschen-Krause. Den Kindern und Jugendlichen wohnortnahe Angebote zu bieten und an den Wochenenden Räume zur Verfügung zu stellen, hat sich Peter Kania vorgenommen.

Der Erhalt der Grundschulen wurde abschließend thematisiert. Laut Peter Kania müssen die Schulen erhalten bleiben, notfalls könnten zwei an einem Ort zusammengefasst werden. Den Familien ist nach den Worten von Claudia Nolte-Schwarting Mut zu machen, wieder Kinder zu haben. Für Hans Francksen und Frank-Rüdiger Halt führt kein Weg daran vorbei, Grundschulen zu schließen, wenn nicht mehr genügend Kinder vorhanden sind. Die Schulen seien dann nicht mehr zu halten, sagte Frank-Rüdiger Halt.