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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Nordenham

„Wir lassen uns nicht spalten“

15.09.2018

Nordenham „Wir lassen uns nicht spalten. Und wir sind solidarisch mit euch.“ Bürgermeister Carsten Seyfarth war es wichtig, den Muslimen in der Selimiye-Moschee diese Botschaft persönlich zu überbringen. Und deshalb besuchte er am Freitag das Gotteshaus an der Walther-Rathenau-Straße. Dort hatten unbekannte Täter in der Nacht zu Montag die Fassade beschmiert. „Eine abscheuliche Tat“, geißelte der Bürgermeister noch einmal den nächtlichen Farbanschlag auf die Moschee.

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Für seine Worte erntete der Bürgermeister viel Beifall. Das Gleiche gilt für den Stadtratsvorsitzenden Uwe Thöle und Alt-Bürgermeister Hans Francksen, die Carsten Seyfarth bei seinem Besuch in der Moschee begleiteten. „Die Nordenhamer stehen hinter euch, davon bin ich überzeugt“, sagte Hans Francksen. Als Vertreter des Stadtrats sicherte Uwe Thöle der türkisch-islamischen Gemeinde Solidarität und Unterstützung zu. „Von diesem Weg lassen wir uns nicht abbringen“, bekräftige er.

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Der Farbanschlag auf die Moschee hat in ganz Nordenham und darüber hinaus Entsetzen ausgelöst. Carsten Seyfarth sprach am Freitag von einer unfassbar abscheulichen Tat, für die es keine Rechtfertigung gebe. „Hier sind Menschen am Werk, die uns spalten wollen. Aber das wird ihnen nicht gelingen“, sagte der Bürgermeister. „Wir leben hier in Nordenham friedlich zusammen und haben ein gutes Verhältnis aufgebaut. Wichtig ist, dass wir weiter im Gespräch bleiben.“ Carsten Seyfarth rief dazu auf, dass auch Deutsche die Angebote der Gemeinde wahrnehmen. Am 3. Oktober ist wieder Tag der offenen Moschee. Der Bürgermeister wünscht sich, dass mehr Nordenhamer als bisher die Einladung der islamischen Gemeinde annehmen.

Carsten Seyfarth würdigte den Beitrag der Gemeinde zur Integration von Flüchtlingen. Auch am Freitag waren viele Flüchtlinge in der Moschee, um zu beten und den Worten des Bürgermeisters zuzuhören. Der Sprecher der Gemeinde, Mehmet Karabacak, sagte, dass von der Verunsicherung, die sich in der Gemeinde breit gemacht hat, die Flüchtlinge ganz besonders betroffen sind.

Natürlich sind die islamfeindlichen Schmierereien an der Fassade des Gotteshauses in den vergangenen Tagen das Hauptthema in der Gemeinde gewesen. Am Freitag mahnte Mehmet Karabacak die Gemeindemitglieder zur Besonnenheit. Er forderte sie auf, sich in den sozialen Netzwerken nicht an Spekulationen über die möglichen Täter zu beteiligen. Die Gemeinde stehe in engem Kontakt zur Polizei.

Er hoffe zwar, dass die Täter bestraft werden, sagte Mehmet Karabacak weiter. Aber er betonte noch einmal, dass die islamische Gemeinde ihnen auch die Hand reiche, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

DGB-Kreisverband: Rechtsruck lassen wir nicht zu

Solidarität statt Spaltung und gemeinsame Anstrengungen für ein friedliches Zusammenleben in Nordenham fordert der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Wesermarsch, Mustafa Dogan. „Der feige Anschlag auf die Nordenhamer Selimiye-Moschee erschüttert uns tief und ist ein Angriff auf die Religionsfreiheit und somit ein Angriff auf unsere Demokratie“, schreibt Mustafa Dogan.

In der Stellungnahme des DGB-Kreisverbands heißt es weiter: „Es gab immer wieder Anzeichen von fremdenfeindlichem Gedankengut in Nordenham und der Wesermarsch. Immer wieder gab es Schmierereien an Wänden, die eindeutig einen rechtsextremen Hintergrund hatten oder wie jüngst in Blexen, wo verbotene nationalistische und fremdenfeindliche Symbole an Laternen aufzufinden waren. Die derzeitig aufgeheizte Stimmung in Deutschland, gerade nach Dresden, Chemnitz und jüngst Köthen, muss wohl die Täter ermutigt haben, so eine abscheuliche Tat in Nordenham zu begehen“

„Hass und Hetze, Angst und Gewalt, werden wir weder in Nordenham, in der Wesermarsch noch anderswo dulden“, betont Mustafa Dogan. „Wir lassen es nicht zu, dass es einen gesellschaftlichen Rechtsruck in Deutschland gibt.“

Nach den Worten des DGB-Vorsitzenden kommt es gerade jetzt darauf an, dass alle gesellschaftlichen Gruppen, Initiativen, Verbände und demokratischen Parteien gemeinsam Flagge gegen Rechtspopulismus, Rassismus, Antisemitismus und, wegen der aktuellen Vorkommnisse ganz besonders, gegen Antiislamismus sowohl im Betrieb,auf der Straße und ganz besonders im Netz zeigen.

„Nordenham hat in der Vergangenheit oft gezeigt, dass es sich nicht spalten lässt und das stimmt mich sehr zuversichtlich. Der DGB und seine Einzelgewerkschaften stehen für eine offene, freie Gesellschaft und für Solidarität statt Ausgrenzung.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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