NORDENHAM - Ist Hans Francksen der richtige Mann für das Bürgermeisteramt oder sollte Dr. Claudia Nolte-Schwarting das Ruder übernehmen? Die Frage, wer die besten Voraussetzungen für den Chefposten im Rathaus mit sich bringt, bietet allerhand Diskussionstoff. Dass die Meinungen auch in einer Familie völlig gegensätzlich sein können, zeigt das Beispiel von Eva und Renke Lüttke: Sie hält Claudia Nolte-Schwarting für die beste Wahl, und er macht sich für Hans Francksen stark. Einig sind sich die Eheleute jedoch darüber, dass beide Bürgermeisteranwärter ihre Qualitäten haben. „Es ist ein Glücksfall für Nordenham“, sagt Eva Lüttke, „dass wir zwei so kompetente Kandidaten haben.“

Der CDU-Politiker und Stadtratsvorsitzende Renke Lüttke hatte schon vor Wochen betont, sich den Geschäftsführer der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft als gemeinsamen Kandidaten aller Fraktionen sehr gut vorstellen zu können. Daran änderte auch Hans Fancksens Mitgliedschaft in der SPD nichts. An dem 55-Jährigen schätzt Renke Lüttke vor allem, dass er „mit allen Nordenhamer Themen sehr gut vertraut ist“ und sich als ehemaliger Amtsleiter mit den Verwaltungsabläufen auskennt. Zudem ist ihm die angenehme und fruchtbare Zusammenarbeit im Initiativkreis Stadtmarketing in bester Erinnerung geblieben.

Gleichwohl war Renke Lüttke durchaus erfreut, als Claudia Nolte-Schwarting kurz vor der Abwahl von Dr. Georg Raffetseder ihre Kandidatur bekanntgab. Das löste seiner Meinung nach einen „Motivationsschub“ für die Wahlbeteiligung bei dem Bürgerentscheid am 14. Oktober aus.

Für seine Frau Eva Lüttke „gibt es keine bessere Kandidatin als Dr. Nolte-Schwarting“. Eva Lüttke hat viele Jahre als Kirchenälteste in der evangelisch-lutherischen Gemeinde mit Claudia Nolte-Schwarting zusammengearbeitet, die damals Vorsitzende des Personalausschusses war. Als Leiterin der Ausschusssitzungen sei die Amtsgerichtsdirektorin durch ihre „souveräne, geradlinige und kompetente Art“ aufgefallen. Besonders hebt Eva Lüttke die Fähigkeit der 54-jährigen Juristin hervor, „Probleme klar zu benennen, Differenzen auf den Punkt zu bringend und im Gespräch vermittelnd zu lösen“. So sei es ihr gelungen, Streitfragen mit der Mitarbeitervertretung zu regeln, ohne dass es zu kostspieligen Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht kam.

Zudem qualifiziere sich die Richterin mit ihren juristischen Kenntnissen und ihren Erfahrungen im Vertragsrecht für das Amt des Stadtoberhauptes.

Der Entscheidung der Bürger am 27. Januar sehen Eva und Renke Lüttke mit großer Spannung entgegen. Doch bei aller Rivalität in der Personalfrage haben sich die Eheleute schon jetzt auf ein vergönnliches Entgegenkommen geeinigt, egal wie die Wahl ausgeht. „Jeder freut sich mit dem anderen mit, wenn der eigene Kandidat nur zweiter Sieger wird“, sagt Eva Lüttke. Dieses gegenseitige Versprechen fallen ihr und ihrem Mann nicht schwer, „weil beide Kandidaten wirklich gut sind“.