NORDENHAM - Die erste katholische Kirche in der nördlichen Wesermarsch seit der Reformation verdankt ihren Namen einem angelsächsischen Missionar, der im Jahre 789 das Bistum Bremen gegründet hatte. Der heilige Willehad verstarb noch im selben Jahr am 9. November bei einer Visitation in Blexen.
Umfangreiches Programm
Als mit der Gründung von industriellen Betrieben die Zahl der Katholiken in Nordenham ständig wuchs und der Bau einer Kirche erforderlich wurde, gab man ihr 1909 den Namen St. Willehad. Die Geldspenden kamen aus dem katholischen Oldenburger Münsterland. Seit 1892 war in einem Nordenhamer Privathaus regelmäßig Gottesdienst gehalten worden, wofür eigens ein Kaplan aus Brake anreisen musste.
Das 100-jährige Bestehen der St.-Willehad-Gemeinde wird am kommenden Sonntag, 30. August, mit einem Sommerfest gefeiert. Das Motto lautet Suchet der Stadt Bestes und betet für sie. Es findet noch ein Gottesdienst vor dem Fest statt: am Sonnabend, 29. August, ab 18 Uhr in der St.-Willehad-Kirche.
Das Programm am Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem Familiengottesdienst. Nordenhams Bürgermeister Hans Francksen eröffnet dann das Fest gegen 12.15 Uhr. Für das leibliche Wohl der Gäste ist an diesem Tag gesorgt. So bieten die Eltern der Kinder des St.-Willehad-Kindergartens ab 12.30 Uhr ein Mittagessen an.
Dem Namensgeber der Gemeinde widmet sich der Pfarrer Michael Gädicke der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Blexen. Sein Beitrag lautet Der heilige Willehad. Vermutlich hatte den Priester aus Northumberland, der 772 zuerst nach Friesland kam und auch Karl den Großen kennen lernte, eine vorchristliche Kultstätte dazu veranlasst, in Blexen das Evangelium zu verkünden.
Erlös wird gespendet
Ab 14 Uhr kommen die Kinder zu ihrem Recht: Es gastiert der Zirkus Fantaasi, der auch zum Mitmachen einlädt. Es folgen ab 15 Uhr Vorführungen der St.-Willehad-Schule sowie um 16 Uhr eine Verlosung. Zum Abschluss des Festes sollen viele bunte Luftballons abheben. Start ist um 16.30 Uhr.
Der Erlös aus dem Sommerfest wird gedrittelt. Sowohl Dürregebiete im Nordosten Brasiliens als auch der Kindergarten und die Schule der St.-Willehad-Gemeinde können sich über Spenden freuen.
