NORDENHAM - Zwischen den Senioren saß der Jugendparlamentsvorsitzende Till Peplau und hörte aufmerksam zu, als Kinder eine ältere Dame befragten, wie sie als Mädchen ihre Schulferien verbracht hatte. Diese Szene spiegelt das Miteinander der verschiedenen Altersgruppen wider und ist ein schöner Beleg dafür, dass das Mehrgenerationenhaus seinem Namen gerecht wird. Die Caritas-Einrichtung an der Viktoriastraße hat gestern einen Tag der Generationen gefeiert, der viele Besucher anlockte.
Die Veranstaltung war auch eine vorgezogene Geburtstagsfeier für das im Juli 2007 eröffnete Mehrgenerationenhaus. Die Geschäftsführerin des Caritas-Kreisverbandes, Henriette Eichner, freute sich darüber, dass die Einrichtung in dem einen Jahr „schon sehr gut laufen gelernt hat“. Die verschiedenen Beratungs- und Freizeitangebote haben immer mehr Zulauf. Zum Beispiel hat sich die Zahl der regelmäßigen Teilnehmer am Plattdüütsch-Treff mittlerweile von zehn auf zwanzig verdoppelt. Sehr beliebt sind laut Henriette Eichner auch die Bingonachmittage, bei denen Jung und Alt mitmachen.
Ein weiteres Zeichen für die zunehmende Beliebtheit des Mehrgenerationenhauses ist die Tatsache, dass bereits 51 Kinder für die Betreuung in den Sommerferien angemeldet worden sind. Im vergangenen Jahr waren es nur 30. „Da haben wir eine Bedarfslücke geschlossen“, sagte Henriette Eichner.
Die Geschäftsführerin bedankte sich bei dem Team des Mehrgenerationenhauses für den großen Einsatz. In der Einrichtung sind fünf hauptamtliche und rund 40 ehrenamtliche Kräfte tätig.
Bürgermeister Hans Francksen zeigte sich beeindruckt von dem „warmherzigen Empfang“ im Mehrgenerationenhaus. Er lobte den Mut der Initiatoren um Henriette Eichner, als aus dem Ungewissen heraus das Projekt angegangen wurde. Die Einrichtung, in die über ein Netzwerk auch andere Hilfsorganisationen eingebunden sind, bezeichnete der Bürgermeisters als ein „tolles Beispiel der Mitmenschlichkeit“.
Mit Lob sparten auch Bärbel Stührenberg und Udo Zempel als Paten des Mehrgenerationenhauses nicht. Bärbel Stührenberg zeigte sich begeistert darüber, dass in nur einem Jahr so viel Leben in die brachliegende Immobilie eingezogen ist. Besonders hob sie die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfern hervor. Bärbel Stührenberg versprach, sich dafür einsetzen zu wollen, dass die Wirtschaftsbetriebe das Mehrgenerationenhaus noch stärker wahrnehmen und unterstützen.
Alt-Landrat Udo Zempel nannte das Caritas-Projekt eine „großartige Einrichtung“. Das Mehrgenerationenhaus sei ein Beispiel für eine „intakte Bürgergesellschaft“.
An dem Programm zum Tag der Generationen beteiligten sich zahlreiche Vereine und Gruppen. Die Liste der Mitwirkenden reichte vom Kinderschutzbund und mehreren Schulen über die Plattdüütschen und die Hospizhilfe bis zum Sportverein Nordenham und zum Seniorenzentrum „To Hus achtern Diek“. Spiel, Spaß und vor allem die Begegnung standen im Mittelpunkt. „Das ist ein Haus für alle“, betonte Henriette Eichner.
