NORDENHAM - Schule und Kultur sind die Schwerpunktthemen des 64-Jährigen. Lothar Gremler hatte bei ihm das Interesse an der Politik geweckt.
von norbert hartfil
NORDENHAM - Ausgerechnet einem Christdemokraten ist es zu verdanken, dass Karlheinz Ranft den Einstieg in die Politik gefunden hat. Bei einem Schulsportfest war der Lehrer mit seinem Kollegen Lothar Gremler, der damals für die CDU im Stadtrat saß, ins Gespräch gekommen. Lothar Gremler schlug ihm vor, ebenfalls zu kandidieren. Das tat Karlheinz „Charly“ Ranft 1981 dann auch – allerdings für die SPD. Seitdem hat der Ellwürder bei den Kommunalwahlen stets das Ratsmandat wiedergewonnen und wurde zu einem der erfolgreichsten Stimmensammler seiner Partei. Jetzt ist der Ellwürder mit seiner 25-jährigen Ratszugehörigkeit das dienstälteste Mitglied der SPD-Fraktion.Zur Würdigung seines Jubiläums während der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrates war am Donnerstagabend der Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Paul Krause, nach Nordenham gekommen. Von ihm bekam Karlheinz Ranft eine Ehrenurkunde überreicht. „Das ist eine Anerkennung für ein langjähriges Engagement“, sagte der Städtetag-Geschäftsführer, „das mit dem Verlust von Freizeit erkauft werden muss.“ Eine weitere Auszeichnung erhielt der Ratsjubilar von Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder, der ihm die Ehrenplakette der Stadt Nordenham in Gold aushändigte.
Die Jahre von 1981 bis 1986 sind Karlheinz Ranft als besonders schöne Zeit im Rat in Erinnerung geblieben. In dieser Ära, als die SPD keine absolute Mehrheit stellen konnte, „war noch genug Geld für große Projekte vorhanden“. Folglich verfügte der Rat über vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. „Wir konnten was bewegen“, sagt Karlheinz Ranft, „das macht mehr Spaß als eine Mängelverwaltung bei leeren Kassen.“ Herausragendes Thema im Rat war Anfang der 80er Jahre die Innenstadtsanierung.
Die Schwerpunkte seiner Ratsarbeit setzte Karlheinz Ranft in den Bereichen Schule und Kultur. Dem entsprechenden Fachausschuss gehört er bereits seit 1981 an, und er leitet ihn seit 15 Jahren. Ebenfalls durchgehend seit Beginn seiner Ratstätigkeit ist er Mitglied des Feuerwehrausschusses.
Karlheinz Ranfts Beliebtheit bei den Bürgern spiegelt sich auch in den Ortsratswahlen in Abbehausen wider. Seit 1986 gehört er dem Gremium an und wurde sogleich zum Ortsbürgermeister gewählt. Nach 20 Jahren endet dieses Kapitel nun, weil die SPD nicht mehr über die Mehrheit im Ortsrat verfügt. „Ich habe mich immer um Ausgleich bemüht“, beschreibt er seine Politik für das Doppeldorf Abbehausen/Ellwürden, „denn einstimmige Beschlüsse des Ortsrates haben mehr Gewicht im Stadtrat.“
Aufgrund der neuen Mehrheiten im Kreistag muss Karlheinz Ranft auch seinen Posten als stellvertretender Landrat aufgeben. Einen Trost für den Verlust der beiden Ämter hat er aber bereits gefunden: „Ich habe jetzt mehr Zeit für Reisen mit meiner Frau und für meine Hobbys“. Zu seinen Hobbys zählt der 64-Jährige nicht nur das Singen und den Sport, sondern auch seine große Modelleisenbahnanlage. „Die habe ich in den letzten Jahren ganz schön vernachlässigt.“
